Westwallpropaganda, Propagandaoffensive der dt. Wehrmacht während des Sitzkrieges zur Abschreckung eines Angriffs der Westmächte auf das Reichsgebiet. Die Täuschung mit der W. verlief auf zwei Ebenen mit drei unterschiedl. Aufträgen: Für Herbst/Winter 1939/1940 sollte bei den frz. Verbänden der Eindruck erweckt werden, Deutschland wolle keinen Krieg gegen Frkr.; daher greife die Wehrmacht nicht an, wenn die frz. Armeen ihrerseits nicht offensiv würden. Diese These bildete den propagandist. Dauerbrenner der folgenden Monate mit zahlr. Aktionen durch Lautsprecher, Flugblätter und Transparente. Durch den zweiten Auftrag, der die eigentl. W. enthielt, sollten die Westmächte von der gewaltigen Stärke und Unbezwingbarkeit des Westwalls überzeugt werden. Neben einer eindrucksvollen Pressekampagne organisierte die Wehrmacht für prominente Auslandskorrespondenten Besichtigungsfahrten. Den Höhepunkt dieser W. bildete der Westwall-Film, der aus raffnierten Zusammenschnitten von Einzelaufnahmen das Bild einer waffenstarrenden tiefgestaffelten Befestigungslinie vermittelte. Der dritte Auftrag bezog sich auf die Zeit von März bis Mai 1940. Da sich der Aufmarsch der dt. Heere für den Frankreichfeldzug nicht länger verheimlichen ließ, sollten nun die Westmächte über den Angriffsschwerpunkt getäuscht werden; die Propagandathese lautete: Die Wehrmacht plant den direkten Durchbruch durch die Maginot-Linie. Wenn die Überraschung beim tatsächl. Angriff durch die Ardennen so vollkommen gelang, hatte daran diese dritte Stufe der W. nicht unwesentl. Anteil.
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