Wellington, brit. Mittelstreckenbomber der Firma Vickers-Armstrong, Erstflug 15.6.1936. Die W. war zu Kriegsbeginn schwerstes Baumuster unter den damaligen zweimotorigen Standardbombern der RAF. Sie galt wegen ihrer geodätischen Bauweise aus freitragenden Leichtmetallverstrebungen nach Art eines Luftschiffs als bes. beschußfest. Dies rettete den viel zu schwach bewaffneten Bomber allerdings nicht vor katastrophalen Verlusten beim ersten größeren Tageseinsatz gegen Schiffsziele in der Dt. Bucht am 18.12.1939. An diesem Tag wurden aus einem Verband von 22 W. 10 abgeschossen, 5 andere mußten nach Notwasserung oder Bruchlandung abgeschrieben werden. Das Debakel veranlaßte das brit. Bomberkommando, seine Strategie auf Nachtangriffe zu verlegen. W.-Bomber trugen 1941/1942 die Hauptlast der Offensive und leisteten auch Pionierarbeit bei der Einführung elektron. Verfahren zur Zielfindung. Beim ersten Tausend-Bomber-Schlag gegen Köln am 30.3./31.3.1942 bestand das Gros der Armada aus rd. 600 W. Genau 63,977 W.-Einsätze sind in den Akten des Bomberkommandos verzeichnet; insges. 11,461 Maschinen wurden bis 1945 gebaut. Die W. wurde 1943 von den strateg. Bomberverbänden abgezogen, blieb jedoch über dem Mittelmeerraum und beim RAF-Küstenkommando als Minensucher, Torpedoflugzeug und U-Boot-Jäger weiter im Einsatz. Bei den Schuleinheiten war die W. (Spitzname 'Wimpey') sogar noch 1954 vertreten. Daten der Nachtbomberversion Mk X: 2x1,585-PS- Doppelsternmotoren Bristol Hercules, max. 412 km/h in 4,400 m Höhe, 2,170 km Reichweite, 2,720 kg Bombenzuladung, 2x7.7-mm-MG und 4x7.7-mm-MG als Abwehrbewaffnung in Drehtürmen am Bug und am Heck, 6 Mann Besatzung.
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