Versorgungslage, Lebensmittel- und Konsumgüterbelieferung der Zivilbevölkerung. Aus Furcht vor einer Wiederholung der nicht zuletzt durch Lebensmittelknappheit ausgelöste Revolution von 1918/19 unternahm die dt. Führung große Anstrengungen zur Sicherung einer befriedigenden V. nach Kriegsbeginn 1939. Zwar mußten die Rationen für Lebensmittel (Lebensmittelkarten) mit wachsender Kriegsdauer gekürzt und vielfach Ersatzstoffe angeboten werden, doch war eine ausreichende Ernährung der Bevölkerung - mit Ausnahme der Zwangsarbeiter v.a. aus dem O - bis 1944 gewährleistet. Ermöglicht wurde das zum einen durch eine relative Stabilisierung der inländ. landwirtschaftl. Erträge mit Hilfe rigoroser Planung und Überwachung sowie umfangreichem Einsatz von Zwangsarbeitern, zum anderen durch Plünderung der besetzten Gebiete, wo Hungersnöte in Kauf genommen wurden. Weniger günstig gestaltete sich die V. bei den Konsumgütern. Die Produktion für den zivilen Bedarf ging bis 1941 (Phase der Blitzkriege) langsam, dann beschleunigt zurück. Hinzu kamen auch hier qualitative Verschlechterungen (u.a. Schuhsohlen aus Holz und Stoff statt Oberleder). Auch wurden die Fertigungskapazitäten zunehmend beansprucht für die Ausstattung von Ausgebombten mit dem Nötigsten. Insges. konnte die V. auf einem Niveau gehalten werden, das die Loyalität bei der Bevölkerung gegenüber der Staatsführung sicherte. Die V. spitzte sich erst in den letzten Kriegswochen und v.a. in den ersten Nachkriegsjahren zeitweilig dramat. zu.
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