Thorn, poln. Stadt im Bezirk Bromberg, nach dem Polenfeldzug im Okt. 1939 dem Reichsgau Danzig-Westpreußen angegliedert, 74,000 Einwohner (1939). Am Rand des Truppenübungsplatzes von T., wo bereits das Stalag XX A für poln., frz. und brit. Gefangene stationiert war, wurde 1941 das Stalag 312 für sowjet. Gefangene errichtet, wofür poln. Bauern umgesiedelt werden mußten. Als die ersten Russen eintrafen, war das Lager T., das nun Stalag XX C (312) hieß, noch nicht ausgebaut. Die Gefangenen gruben sich als Unterkünfte Erdlöcher. Infolge der miserablen Lebensbedingungen war die Sterblichkeit sehr hoch. Im Okt. 1941 brach zudem Fleckfieber aus, so daß wochenlang tägl. zw. 100 und 200 Mann starben. Wie in den anderen mit Rotarmisten belegten Lager sonderten auch in T. Kommandos der Stapo polit. unerwünschte Gefangene aus und ließ sie zur Tötung in Konzentrationslager, u.a. Sachsenhausen, transportieren. Im Dez. 1944 befanden sich von anfängl. bis zu 30,000 Russen und nach wiederholten Auffüllungen nur noch 11,506 Mann im Lager, die Anfang 1945 ins Reichsgebiet evakuiert wurden. Die Stadt T. wurde Anfang Febr. 1945 von der sowjet. 2. Weißruss. Front (Rokossowski) eingeschlossen. Den Verteidigern unter Gen.leutnant Lüdecke gelang jedoch am 7.2. der Ausbruch nach N zu den eigenen Linien.
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