Struma, ursprüngl. 1880 in Newcastle als Yacht gebautes Motorschiff, 57.1 m lang, 7.7 m breit, 469 BRT. Die S. lief am 12.12.1941 unter Führung eines bulgar. Kapitäns (Gorbatenko) unter panames. Flagge aus dem rumän. Hafen Konstanza mit Ziel Istanbul aus. An Bord befanden sich 769 jüd. Flüchtlinge, v.a. aus der Bukowina und aus Bessarabien, die vor den Judenverfolgungen nach Palästina zu entkommen hofften. Da sie jedoch keine Einreisebewilligung für das brit. Mandatsgebiet hatten (London fürchtete arab. Proteste und weitere Flotten von Flüchtlingsschiffen), verweigerte die Türkei die Landung des Schiffes in Istanbul. Es lag lange Zeit im Bosporus vor der Stadt, während die Jewish Agency in zähen Verhandlungen brit. Genehmigungen zu erhalten suchte. Im Jan. 1942/Febr. 1942 durften fünf Flüchtlinge von Bord; noch während der aussichtsreichen Bemühungen um Einreisebewilligungen wenigstens für die Kinder ließen die türk. Behörden am 24.2.1942 die S. aus dem Bosporus ins Schwarze Meer schleppen, um sie zur Rückkehr nach Konstanza zu zwingen. Am gleichen Tage wurde sie jedoch vom sowjet. U-Boot SC-213 (Kapitänleutnant Deneschko) 14 Seemeilen nordöstl. der Bosporus-Einfahrt torpediert und versenkt. Vermutungen, das Schiff sei auf eine dt. Mine gelaufen, sind durch neuere Untersuchungen als widerlegt anzusehen. Nur vier Personen überlebten den Untergang.
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