Speer, Albert, *Mannheim 19.3.1905, +London 1.9.1981, dt. Architekt und Politiker; während des Studiums Mitglied einer völk. Gruppe, nach der von S. fast 'magisch' erlebten Begegnung mit Hitler1931 Mitglied der NSDAP, als Architekt Vertreter eines neoklassizist.-imperialen Baustils; als Mitarbeiter des Baumeisters Troost nähere Bekanntschaft und schließl. Freundschaft mit Hitler, Entwurf gigant. Parteitagskulissen und Repräsentationsbauten im 'Pharaonenstil'. S. konnte im Jan. 1939 nach Rekordzeit die Neue Reichskanzlei übergeben, für deren Bau ihm unbegrenzte Mittel zur Verfügung gestanden hatten. Vieles blieb jedoch wegen des Kriegsbeginns im Planungsstadium stecken, darunter die Neugestaltung Berlins als 'Welthauptstadt Germania', die 'der Absicht Hitlers entsprach, nationale Individualitäten auszulöschen, ihre Vergangenheit wie ein Geröllfeld zu behandeln' (K. H. Bohrer). Beeindruckt vom Organisationstalent S.s, der sich als Künstler verstand, berief ihn Hitler am 18.2.1942 zum Nachfolger des verunglückten Todt als Min. für Bewaffnung und Munition (2.9.1943 erweitert zum Ressort Rüstung und Kriegsproduktion). Bis 1944 gelang S. eine erhebl. Steigerung des Außstoßes von Waffen und Gerät, wobei ihm zugute kam, daß er sein Amt zu einem Zeitpunkt antrat, als auch die nat.-soz. Führung die Notwendigkeit verschärfter kriegswirtschaftl. Anstrengungen erkannte (Führerbefehle vom 3.12.1941, 25.1. und 21.3.1942). Mit der 'Zentralen Planung', einer Art Verbundsystem, steuerte er durch Rationalisierung, Kontingentierung der Rohstoffe, Zuteilung von Arbeitskräften und techn. Innovationen die Rüstungsindustrie, deren privatrechtl. Charakter davon unberührt blieb.
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