Schweigelager, sowjet. Kriegsgefangenenlager mit angebl. totalem Schreibverbot. Entgegen weitläufiger Meinung gab es nirgendwo S.; vermutl. klammerten sich Angehörige vermißter oder in Lagern verschollener dt. Soldaten an die Legende, weil sie die Hoffnung auf Rückkehr ihrer Männer oder Söhne nicht aufgeben wollten. Einzuräumen ist jedoch, daß im Zuge der Prozeßwelle 1949/1950 gegen Gefangene wegen Kriegs- oder anderer Verbrechen eine allg. Postsperre bestand. Ferner wurde in zahlr. Lagern zeitweise Schreibverbot für Disziplinarvergehen, wegen Nichterfüllung der Arbeitsnorm und auch als Druckmittel zur Gewinnung von Spitzeln verhängt. Schließl. war es den Untersuchungsgefangenen in Gefängnissen (z.B. Nowosibirsk, Gorki, Kiew, Minsk) und zeitweise den Verurteilten in den Straflagern (z.B. Workuta, Karaganda) nicht erlaubt zu schreiben. In Einzelfällen wurde Post auch von Angehörigen der sowjet. Lagerführung oder der dt. Lagerleitung aus Schikane nicht weitergeleitet (z.B. Wodogon, Grjazowec).
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