Rheinbote, vierstufige dt. Feststoffrakete, entstanden auf der Basis einer Studie von Rheinmetall-Borsig vom Sommer 1941, Nov. 1941 erste Versuche auf dem Schießplatz Leba (Pommern) mit kleinen Modellen. Bes. Schwierigkeiten machte die Trennung der Raketenstufen, auch war die Zielgenauigkeit unbefriedigend. Unter dem offiz. Namen Raketen-Sprenggranate 48-31 entstand schließl. 1944 das endgültige Baumuster Rh Z 61/9 von 11.4 m Länge und einem Gesamtgewicht von 1,715 kg. Der in allen Stufen mit einem Sechsflächenleitwerk stabilisierte R. verbrannte seine 585 kg Pulver in 14.8 s, erreichte bei Brennschluß 1,520 m/s (5,472 km/h) und brachte die letzte Stufe (19 cm Durchmesser) in 70 km Höhe, von wo sie nach 260 s in einem Fallwinkel von 52º in rd. 200 km Entfernung aufschlug. Die Wirkung des bei 25 kg Sprengstoff 40 kg schweren Gefechtskopfs entsprach nicht den Erwartungen, durch Nichttrennung der beiden letzten Stufen wollte man daher das Auffschlaggewicht erhöhen, verschlechterte damit aber die ohnehin geringe Treffergenauigkeit (6 km Streuung). Für die Fertigung eines R. wurden nur 132 Arbeitsstunden benötigt, so daß 1944/1945 noch 242 Stück fertig wurden. 70 R. wurden von der 460 Mann starken Artillerie-Abt. 709 bis Mitte Jan. 1945 von Wagenplattformen aus auf Antwerpen abgefeuert; der wichtige Nachschubhafen der Alliierten wurde jedoch nicht getroffen.
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