Pétain, Philippe Henri, *Cauchy-la-Tour (Pas-de-Calais) 24.4.1856, +Port Joinville (Insel Yeu) 23.7.1951, frz. Marschall (Nov. 1918) und Politiker; 1876 Offizier, im 1. Weltkrieg als Gen. Korpsführer, 1915 OB der 2. Armee, 1916 'Retter' Verduns, 1917 OB des Heeres, 1922/1931 Gen.inspekteur der Armee, 1931 Inspekteur der Luftverteidigung, 1934 kurzzeitig Kriegsmin., 1939 Botschafter in Madrid. Als Helden des 1. Weltkriegs und nat. Vaterfigur berief Min.präs. Reynaud P., dessen Fixierung auf die Defensive die strateg. Doktrin des frz. Generalstabs in der Zwischenkriegszeit geprägt und damit die Katastrophe programmiert hatte, nach Beginn des dt. Angriffs (10.5.1940) ins Kabinett und mußte ihm am 16.6.1940 als Reg.chef weichen. P. hielt ein Weiterkämpfen aus den Kolonien heraus oder durch Bildung einer brit.-frz. Union für aussichtslos und ließ am 22.6.1940 den Waffenstillstand mit Deutschland unterzeichnen. Am 10.7.1940 wählte ihn die Nat.versammlung in Vichy zum Chef des 'État Français' und erteilte ihm sehr weitreichende Vollmachten. Gegenüber der dt. Besatzungsmacht verfolgte P. einen Doppelkurs der begrenzenten Zusammenarbeit und gleichzeitiger Verweigerung. So gelang es ihm beim Treffen mit Hitler in Montoire (24.10.1940), Frkr. aus den dt. Kriegsplänen herauszuhalten und später den engagiertesten Verfechter totaler Kollaboration, Pierre Laval, zeitweilig kaltzustellen; auch die Verbindung zu den Alliierten ließ er nie ganz abreißen. Andererseits wehrte er sich kaum gegen die Rekrutierung von frz. Zwangsarbeitern oder die Deportation der jüd. Bürger und förderte die Bildung der Légion Volontaire Française für den Kampf an der Seite der Wehrmacht gegen die UdSSR. Er befahl den frz. Truppen am 8.11.1942 den Widerstand gegen die alliierte Landung 'Torch', nicht aber gegen die folgende Besetzung Rest-Frkr.s im Rahmen des dt. Unternehmens 'Anton'. Er erreichte durch solches Wohlverhalten jedoch kaum dt. Zugeständnisse, v.a. nicht die erhoffte Freilassung der frz. Kriegsgefangenen, und war in der Folgezeit nur noch Gallionsfigur, die Reg.geschäfte führte unter direkter dt. Aufsicht Laval. Bei Herannahen der Alliierten 1944 wurde P. zunächst (20.8.) nach Belfort, dann (8.9.) nach Sigmaringen verbracht, wo er sich als Gefangenen bezeichnete und alle polit. Kontakte mit Vertretern der Reichsreg. verweigerte. De Gaulle hätte seinen einstigen Regimentskommandeur und langjährigen Gönner lieber im Schweizer Exil gesehen, doch stellte sich P. am 26.4.1945 den frz. Behörden. So kam es vom 25.7. bis 15.8.1945 in Paris zum ersten Hochverratsprozeß gegen einen Marschall von Frkr. und mit 14 zu 13 Richterstimmen zum Todesurteil, das wegen des hohen Alters des Angeklagten in lebenslängl. Festungshaft auf der Insel Yeu umgewandelt wurde. P.s Wunsch nach Beisetzung auf dem Heldenfriedhof Douaumont blieb unberücksichtigt, auch 1966 zum 50. Jahrestag der Schlacht von Verdun konnte sich Staatspräs. de Gaulle nicht zu einer solchen Geste nat. Aussöhnung entschließen.
( DirectDownloads ) Kalenderblätter druckfertig aufbereitet für Schmuckblätter zum Selbstdrucken im Word DOC6/RTF Format, je Euro 5 über Click&BuyJAN | FEB | MÄRZ APRIL | MAI | JUNI JULI | AUG | SEPT OKT | NOV | DEZ
Das Geschenk für jeden Anlass, nicht nur bei 'runden' Jubiläen Andere Einzeltage oder Zahlungsarten bitte HIER bestellen