Odessa, sowjet. Hafenstadt an der nördl. Schwarzmeerküste mit rd. 600,000 Einwohnern (1939). O. lag bei Beginn des Rußlandfeldzugs im Angriffsbereich der rumän. 4. Armee, die gegen die verteidigende sowjet. 9. Armee (Tscherewitschenko) rasch Erfolge erzielte, O. am 5.8.1941 erreichte und die Stadt bis 13.8. einschließen konnte. Die sowjet. Führung erklärte O. zur Verteidigungszone, in der sich Reste der zurückflutenden Truppen mit den etwa 35,000 Verteidigern (Marine und Freiwillige) einigelten. Weiter über See verstärkt, konnte die Garnison alle rumän. Angriffe bis zum Okt. abwehren. Die Lage wurde jedoch wegen des dt. Vormarschs Richtung Krim schließl. aussichtslos, so daß O. seit 1.10. geräumt wurde. Die sowjet. Schwarzmeerflotte brachte bis 16.10. noch 70,000 Soldaten und 15,000 Zivilisten nach Sewastopol. Wegen der Schlappe von O. war der OB der rumän. Belagerer, Korpsgen. Ciuperca, am 9.9. abgelöst und durch den bisherigen Kriegsmin. Gen. Jacobici ersetzt worden. Im März 1944 erhielt die 3. Ukrain. Front (Malinowski), die bereits am südl. Bug hielt, den Auftrag, zum Dnjestr vorzustoßen und O. zu nehmen. Aus mehreren Brückenköpfen am rechten Bug-Ufer gingen 3 sowjet. Armeen Ende des Monats gegen die dt. 6. Armee (Angelis) vor, die sich nur hinhaltend verteidigen konnte, zumal sie im Rücken von starken Partisanen-Kräften bedroht war. Am 10.4. mußte sie O. räumen und hinter den Dnjestr zurückgehen. Mit dem Verlust dieses Hafens zeichnete sich das Ende der dt. Kriegführung im Schwarzen Meer ab. In O. richteten die Sowjets in der Folgezeit die Uprawlenije 7-159 ein, in der wie in den meisten Gefangenenlagern zunächst katastrophale Zustände herrechten. Allein 1944/1945 starben dort 5,000 dt. Gefangene, und erst 1948 besserte sich die Lage. 1949 wurde die Lagergruppe durch Übernahme der Uprawlenije 7-126 Nikolajew vergrößert. In O war zeitweise auch das Gefangenen-Hospital 3-986 stationiert, wo von Sept. 1944 bis Ende 47 ca. 4,500 dt. Soldaten starben.
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