Mosquito, brit. Kampfflugzeug der Firma De Havilland. Die M. verkörperte kompromißlos den Typ eines Schnellbombers, der sich zum eigenen Schutz allein auf seine überlegene Schnelligkeit verließ. Sie war 1938 ohne Reg.auftrag konzipiert worden und kombinierte zwei leistungsstarke Rolls-Royce Merlin mit strömungsgünstiger Zelle, die aus Gründen der Gewichts- und Materialersparnis aus Holz gebaut werden sollte. Die Reg. bestellte im Dez. 1939 einen Prototyp, der sich beim ersten Probeflug am 25.11.1940 als 'hölzernes Wunder' erwies, das dank hervorragender Flugeigenschaften für zahlr. takt. Aufgaben geeignet erschien. Die ersten 50 Serienmuster kamen zw. Juli 1941 und März 1942 zu den RAF-Staffeln; der Fotoaufklärer Mk I und der Bomber Mk IV, beide mit verglaster Rumpfspitze, verzichteten auf jegl. Abwehrbewaffnung: 2x1,230 PS, max. 611 km/h in 5,200 m Höhe, 900 kg Bomben, 3,280 km Reichweite, 10,600 m Dienstgipfelhöhe. Die Mk IV wurde seit Mai 1942 v.a. für Überraschungsangriffe bei Tage eingesetzt; beim ersten Vorstoß nach Berlin am 30.1.1943 platzten 3 M. in Görings Festansprache zum 10. Jahrestag der Machtergreifung. Mit Elitebesatzungen des Pfadfinderkorps tauchte die M. seit Mai 1943 bei Nacht über Deutschland auf, eine Langstreckenvariante Mk XVI mit Druckkabine und 2x1,680 PS kletterte bis auf 12,000 m und erreichte 656 km/h. Die außergewöhnl. Schnelligkeit und Wendigkeit legte eine Verwendung der M. als Nachtjäger und Jagdbomber nahe. Diese Mk II löste seit Mai 1942 stufenweise die Havoc und den Beaufighter ab: 4x20-mm-Kanonen und 4x7.7-mm-MG starr im Rumpfbug. Das Bordradar wurde in späteren Versionen ständig verbessert und machte die M. bei der Fernnachtjagd zu einer höchst wirksamen Angriffswaffe. Über S-England vernichteten M.-Nachtjäger rd. 600 V 1. Fast jede dritte M. gehörte zur Baureihe Mk VI, die seit Frühjahr 1943 als Jagdbomber an die Front kam. Mit 8x27.2-cm-Raketen unter den Tragflächen attackierte sie U-Boote und andere Schiffsziele; die Wirkung einer Salve entsprach etwa der Breitseite eines 10,000-t-Kreuzers. Einen der spektakulärsten Tiefangriffe flogen 19 Mk VI am 18.2.1944 gegen das Gefängnis von Amiens (Unternehmen 'Jerycho'), wo die Gestapo rd. 700 Kämpfer der Résistance gefangenhielt; 200 der Todgeweihten konnten aus dem zerbombten Kerker entkommen. Insges. wurden bis 1945 in Großbrit., Kanada und Australien 6,710 M. gefertigt, bis 1950 waren es 7,781 Maschinen in 41 Varianten. Sie flogen bis in die späten 50er Jahre in zahlr. Ländern, u.a. in Israel beim Sinai-Feldzug 1956; die RAF stellte ihre letzte 'Mossie' Ende 1962 außer Dienst.
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