Militärinternierte, in ein neutrales Land übergetretene und nach Entwaffnung dort untergebrachte Angehörige der Truppen einer kriegführenden Macht. V.a. das Schicksal der dt. M. in Schweden beschäftigte 1945 die Weltöffentlichkeit: Kurz vor und nach der Kapitulation flüchteten im wesentl. Angehörige der Kurland-Armee nach Schweden, um der sowjet. Gefangenschaft zu entgehen. Bis zum 15.5.1945 trafen laufend auf Kampffähren, Fischkuttern, Schleppern, in Rettungs-, Schlauch- und Paddelbooten Flüchtlinge auf Gotland und in den Häfen der O- und S-Küste Schwedens ein. Trotz offiz. Anordnung zur Zurückweisung uniformierten dt. Personals wurden die Flüchtlinge aus humanitären Gründen aufgenommen und in Internierungslagern u.a. in Ränneslätt und auf Backamo untergebracht. Insges. sammelten sich schließl. rd. 3,000 M., darunter 167 Wehrmachts- und SS-Angehörige balt. Volkszugehörigkeit. Anfang Juni 1945 forderte die UdSSR Schweden zur Auslieferung der M. auf, die nach der Kapitulation aus sowjet. Operationsgebiet geflohen waren. Am 16.6. erklärte sich Schweden einverstanden, und am 23.11. verkündete Min.präs. Hansson, daß 2,000 M. ausgeliefert würden, ausgenommen wurden nur Personen, die vor dem 1.5.1945 schwed. Territorium erreicht hatten. Sie würden in die brit. Zone Deutschlands abgeschoben.
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