Memel, ostpreuß. Hafenstadt am Eingang des Kurischen Haffs mit 43,300 Einwohnern (1940). M. wurde mit dem umliegenden Gebiet (2,566 km²) nach dem 1. Weltkrieg ohne Volksabstimmung vom Dt. Reich abgetrennt, 1923 von Litauen annektiert und am 22.3.1939 auf massiven Druck Berlins an Deutschland zurückgegeben; 23.3.1939 Einmarsch dt. Truppen. Am 10.10.1944 stieß die sowjet. 5. Garde-Pz.armee der 1. Balt. Front (Bagramjan) nördl. M. zur Ostsee durch, und wenig später schnitt ein weiterer Angriff im S die Stadt gänzl. ab. Nach Evakuierung eines großen Teils der Bevölkerung wurde sie zur 'Festung' erklärt und bis 22.1.1945 vom dt. XXVIII. AK (Gollnick) verteidigt, das dann über die Kurische Nehrung nach Ostpreußen abzog. M. wurde Standort eines sowjet. Sammellagers für dt. Gefangene und später der Uprawlenije 7-057, in der bei schlechter Versorgung im Winter 1945/1946 rd. 600 dt. Soldaten starben.
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