Me 110 2, weil das techn. unzureichende Nachfolgemuster Me 210 zur Me 410 Hornisse umkonstruiert werden mußte, ging die Fertigung der M. weiter; bis März 1945 insges. 6,150 Stück. Die Masse aller Maschinen gehörte zur verbesserten Baureihe G mit dem 1,475-PS-Reihenmotor DB 605. Bis zum Auftauchen amerikan. Begleitjäger über Deutschland operierten die Zerstörergeschwader ZG 26 und ZG 76 erfolgr. bei der Reichsverteidigung. Speziell zur Bekämpfung der B-17 Flying Fortress waren ihre M. unter den Tragflächen mit Abschußrohren für zwei 21-cm-Werferraketen ('Dödel) ausgrüstet, die aus sicherer Entfernung auf die Bomberpulks abgefeuert werden konnten. Sie zeigten ihre tödl. Wirkung u.a. am 'schwarzen Freitag' (13.8.1943) der 8. US-Luftflotte, die beim Doppelangriff auf Schweinfurt und Regensburg 60 der 367 eingesetzten B-17 einbüßte. Ihre wichtigste Rolle spielte die M. seit 1941 beim Aufbau der Nachtjagd, bei der sie neben der Ju 88 bis Kriegsende unentbehrl. Standardmuster blieb. Die Baureihe G-4 wurde für diesen Zweck am Rumpfbug mit einer sperrigen Radarantenne ('Hirschgeweih') für das seit Febr. 1942 eingeführte Lichtenstein-Funkmeßgerät ausgerüstet, z.T. auch mit 'Schräger Musik', einer nach oben feuernden Spezialbewaffnung. Nach brit. Schätzungen vernichteten M.-Nachtjäger über 4,200 meist viermotorige RAF-Bomber. Daten der Baureihe G-4: max. 547 km/h in 7,600 m Höhe, Reichweite rd. 2,000 km mit Zusatztanks, 2x30-mm- und 2x20-mm-Kanonen im Bug, 2x7.9-mm-MG als bewegl. Abwehrbewaffnung nach hinten; 2-3 Mann Besatzung.
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