Me 110, Typenabk. für den zweimotorigen Zerstörer und Nachtjäger der Firma Messerschmitt, Erstflug 12.5.1936. Schon 1934 studierte der geheime Luftwaffenführungsstab das Projekt eines schwerbewaffneten 'Zerstörers', der den Bomberverbänden vorausfliegen und eine Bresche in die feindl. Jagdabwehr schlagen sollte. Aus dem Entwicklungswettbewerb des Luftfahrtmin. ging der M.-Entwurf als Sieger hervor, damals noch als Bf 110. Göring wollte aus den Zerstörern die Elite seiner Jagdwaffe machen; die besten Piloten wurden zu den neu aufgestellten Gruppen abkommandiert, von denen die meisten bei Kriegsbeginn freil. noch auf ihre M. warteten. Erst 68 Exemplare der Einsatzserie C mit 2x1,100-PS-Motoren DB 601-A standen zur Verfügung. Mit 4x7.9-mm-MG und 2x20-mm-Kanonen als starre Bugbewaffnung, erwiesen sie sich 1939/1940 in Polen und Frkr. als wirksame Waffe beim Tiefangriff auf Flugplätze und Kolonnen. Dagegen versagte die M. bei ihrer eigentl. Aufgabe als Begleitjäger bei der Luftschlacht um England. Mangels Wendigkeit war sie fast so verwundbar wie die Bomber, die sie vor den Hurricanes und Spitfires schützen sollte; als Schnellbomber brauchte sie selber Jagdschutz. Bis Ende Okt. 1940 gingen 235 Besatzungen verloren. Die Baureihen von 1941/1942 wurden im O und im Mittelmeerraum hauptsächl. als Jagdbomber und Fotoaufklärer eingesetzt, eine Langstreckenversion D mit Zusatztanks benutzte Heß am 10.5.1941 für seinen 'Friedensflug' von Augsburg nach Schottland.
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