Lidice (dt. Liditz), tschech. Bergarbeitersiedlung bei Kladno westl. von Prag. L. wurde auf Hitlers Befehl, den K. H. Frank telefon. dem Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Prag durchgab, am Abend des 9.6.1942 von dt. Polizei und SD umstellt. Nachdem eine Wehrmachteinheit die Absperrung übernommen hatte, ließ die Polizei Frauen und Kinder abtransportieren und nach eigener Meldung '172 erwachsene Männer durch ein Exekutionskommando in Stärke von 1 Offizier, 2 Unterführern und 20 Mann ' erschießen. Hinzu kamen in der Nacht noch 11 Arbeiter der Spätschicht und bereits inhaftierte 15 Angehörige von in England dienenden tschech. Legionären, insges. also 198 unmittelbar Ermordete. Von den ins KZ Ravensbrück (184) und in Gefängnisse (11) transportierten Frauen kehrten später noch 143 zurück, von den Kindern, die in Lager im Wartheland verschleppt (90) oder zur Eindeutschung an SS-Familien (8) gegeben wurden, ließen sich nach 1945 noch 16 identifizieren. Die von SS-Hauptsturmführer Rostock (1951 hingerichtet) geleitete Aktion, die mit der völligen Zerstörung von L. endete, wurde als Vergeltung für das Attentat auf Heydrich am 27.5.1942 ausgegeben, obwohl eine Verbindung der Täter zu L. nicht erwiesen war. Das Massaker verschärfte die Spannugen im Protektorat dramat. und wurde wie Oradour zum Symbol des nat.-soz. Terrors. Nach dem Krieg wurde der Ort als Neu-L. in der Nähe wiederaufgebaut. Der Schauplatz der Mordaktion ist heute Gedenkstätte.
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