Leeb Wilhelm Ritter von, *Landsberg am Lech 5.9.1876, +Hohenschwangau 29.4.1956, dt. Gen.feldmarschall (19.7.1940); 1895 Eintritt ins Heer, 1900 Feldzug in China, im 1. Weltkrieg Generalstabsoffizier, Reichswehrkarriere, 1.2.1929 Gen.major, 1.2.1930 Gen.leutnant, 1.1.1934 Gen. der Artillerie. Nach der Krise um den Heeres-OB Fritsch im März 38 zunächst verabschiedet, nahm L. als Gen.oberst Anfang Okt. 1938 an der Besetzung des Sudetenlandes teil und war bei Kriegsbeginn OB der Heeresgruppe C, die am Oberrhein während des Polenfeldzugs verteidigte. Beim Angriff im W, vor dem er mehrfach vergebl. gewarnt hatte, durchbrach L. mit seinen Armeen 1 und 7 seit 14.6.1940 die Maginot-Linie und trag damit wesentl. zum raschen Sieg bei. Im Rußlandfeldzug erhielt er den Befehl über die Heeresgruppe Nord, die auf Leningrad vorgehen sollte. Anfang Sept. 1941 erreichte seine 16. Armee den Stadtrand und nahm am 8.9.1941 Schlüsselburg, womit alle Landverbindungen der Millionenstadt abgeschnitten waren. In der Winterkrise 1941/1942, als Sündenböcke für die Rückschläge gesucht wurden, löste Hitler L., der mehrfach um Entlassung gebeten hatte, am 16.1.1942 durch v. Küchler als OB der Heeresgruppe ab. Bis Kriegsende nicht wieder verwendet, wurde L. am 2.5.1945 von amerikan. Truppen festgenommen und am 22.10.1948 wegen Weitergabe des Kommissarbefehls, den er selbst freil. nie hatte befolgen lassen, zu 3 Jahren Haft verurteilt, die als verbüßt galten. Ritterkreuz (24.6.1940).
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