Kiew, Hauptstadt der Ukrain. Sowjetrepublik am rechten Ufer des mittleren Dnjepr mit 850,000 Einwohnern (1940). Im Rußlandfeldzug überschritten Anfang Sept. 1941 die dt. 6. Armee (v. Reichenau) im N und die dt. 17. Armee (v. Stülpnagel) im S den Dnjepr beiderseits K., während die Pz.gruppe 2 (Guderian) der Heeresgruppe Mitte nach S schwenkte und K. vom Rücken her bedrohte. Die Pz.gruppe 1 (v. Kleist) stieß zugleich von Krementschug Guderians Verband entgegen. Als am 19.9. die sowjet. 37. Armee (Wlassow) K. endl. räumen durfte, war es zu spät, denn schon am 12.9. waren die dt. Pz.keile bei Lochwiza zusammengetroffen und hatten östl. K. 4 sowjet. Armeen eingeschlossen. Bis zum 26.9. wurden in der Kesselschlacht von K. 665,000 Rotarmisten gefangengenommen, 884 Pz. und 3,718 Geschütze erbeutet. K. wurde Sitz des dt. Reichskommissars Ukraine Erich Koch (*1896/+1986), der von hier aus die Ausplünderung des Landes organisierte, bis im Herbst 1943 die Rote Armee wieder heranrückte. Am 3.11. durchbrach die 1. Ukrain. Front (Watutin) aus Brückenköpfen nördl. K. die Front der dt. 4. Pz.armee (Hoth) und eroberte die Stadt am 6.11. nach 778 Tagen dt. Besatzung zurück. K. wurde Standort der Uprawlenije 7-062 und zeitweise mehrerer Arbeitsbataillone. Wegen der großen Gefangenenzahlen wurde die Lagergruppe K. 1944 schließl. auf 20 Lager erweitert und ihr nach dem Krieg noch die Uprawlenije 7-114 Beresan unterstellt. In den ersten Jahren, insbes. 1946, war die Sterblichkeit hoch, insges. sollen 20,000 Gefangene im 'Hohlweg des Todes' (Lagerfriedhof) begraben sein; 1954 wurde die Lagergruppe aufgelöst.
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