Kamikaze (japan. Götterwind), Bezeichnung für das Sonderangriffskorps der japan. Marineluftwaffe, dessen Piloten sich mit voller Bombenlast auf feindl. Schiffe stürzten; am 20.10.1944 auf den Philippinen gegründet. Der offiz. Name Shimpu bezog sich ebenso wie der allgemeiner gefaßte Begriff K. auf einen Taifun, der Japan im Jahr 1281 vor einer chinesisch-mongolesischen Flotteninvasion gerettet hatte. Zum ersten K.-Einsatz kam es am 25.10.1944 in der Schlacht im Leyte-Golf, als eine hastig aufgestellte Formation von 5 Zero-Jägern mit je einer 250-kg-Bombe den US-Geleitträger St. Lo versenkte und 3 andere beschädigte. Nach dem ersten Schock stellte sich die US-Navy durch zusätzl. Frühwarnzerstörer und Flakbewaffnung immer besser auf die neue Gefahr ein, so daß viele K.-Maschinen schon beim Anflug scheiterten. Für den K.-Kampf wurden spezielle Waffen entwickelt wie die bemannte Ohka-Bombe oder die von vornherein als Einwegbomber gebaute Nakajima K-115 Tsurugi (japan. Säbel), die allerdings nicht mehr zum Fronteinsatz kam. In zwei Zentren auf Formosa bildete die japan. Marineluftwaffe Freiwillige aus, in der Mehrzahl fanatisierte Schüler und Studenten. Sie wurden in nur einer Woche in Startprozeduren, Formationsflug und verschiedene Angriffsmethoden eingewiesen: Anflug und Todessturz aus 6,000 bis 7,000 m Höhe oder Unterfliegen der Radarortung knapp über den Wogen und hochziehen in Sichtweite des Ziels auf 500 m zum Endanflug. Größere Verbände kombinierten beide Verfahren.
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