Junkers, AG, dt. Flugzeug- und Motorenwerke mit Stammsitz in Dessau (Anhalt). 1919 von Prof. Hugo Junkers gegr., der nach der nat.-soz. Machtergreifung die Aktienmehrheit an das Reich übertragen und die Leitung seines für die Luftrüstung wichtigen Konzerns abgeben mußte. In Großserien produzierte J. zwei Standardmuster der Lufwaffe: den als Stuka bekannt gewordenen SturzbomberJu 87 und das zweimotorige Kampfflugzeug Ju 88. Beide blieben prakt. bis zum letzten Kriegstag im Fronteinsatz, die Ju 87 zuletzt als Schlachtflugzeug, die Ju 88 als Nachtjäger und als unbemannter Sprengstoffträger im Mistel-Gespann mit der Fw 190. Zum J.-Programm gehörte eine Reihe internat. erfolgreicher Verkehrsflugzeuge, von denen die dreimotorige Ju 52 ('Tante Ju', Erstflug 1930) später Standardtransporter der Luftwaffe wurde. Das schwere Kampfflugzeug Ju 86 (Erstflug 1936) war bei Kriegsausbruch bereits veraltet. Als Sondervariante des Bombers entwickelte J. einen Höhenaufklärer mit Druckkabine, 2x950-PS-Spezialtriebwerken Jumo 207 LD und auf 26 m verbreiterter Spannweite. Unerreichbar für die gegner. Luftabwehr operierte die Ju 86-P 1940/1942 in 12,000 m Höhe über England, Sowjetunion und Ägypten. Aus dem viermotorigen Passagier- und Tansportflugzeug Ju 90 (Erstflug 1937) entstand als militär. Weiterentwicklung das schwere Langstreckenmuster Ju 290 mit einer max. Reichweite von 5,950 km, das um die Jahreswende 1942/1943 verlustreiche Transporteinsätze nach Stalingrad flog. 11 Ju 290 Patrouillenbomber flogen 1943/1944 beim Fliegerführer Atlantik weiträumige Seeaufklärung, später kamen einige dieser Maschinen für Sonderaufgaben zum Geheimgeschwader KG 200. Im Juli 1939 hatte das RLM als wichtigstes Entwicklungsprogramm der dt. Luftfahrtindustrie den 'Bomber B' ausgeschrieben. J. erhielt den Zuschlag und sollte die Maschine bis 1942 frontreif machen, doch laborierte die hochgezüchtete Ju 288 ein Jahr später immer noch an techn. Kinderkrankheiten und wurde schließl. verschrottet. Von insges. 22 Versuchsmustern waren bis dahin mindestens 17 abgestürzt. Eines der interessantesten aerodynam. Projekte bei Kriegsende war der sechsstrahlige Düsenbomber Ju 287 mit einem negativ gepfeilten Flügel. Das erste Versuchsmuster flog am 16.8.1944. Mehrere Prototypen wurden nach Kriegsende unter sowjet. Aufsicht in Dessau fertiggestellt und dann für ein intensives Testprogramm nach Rußland gebracht. Dort entwickelte das J.-Team unter Prof. Brunolf Baade aus dem ehemaligen Düsenbomber ein ziviles Verkehrsflugzeug für 60 Passagiere. Die vierstrahlige '152' ging 1956 beim VEB Flugzeugbau Dresden in Produktion. 16 Serienmuster für die damalige DDR-Lufthansa und andere Ostblock-Linien waren bereits im Bau, als das ehrgeizige Projekt auf sowjet. Druck 1961 aufgegeben wurde. Damit ging die J.-Tradition in Mitteldeutschland endgültig zu Ende.
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