Ju 52, Transportflugzeug der Firma Junkers, Erstflug 13.10.1930. Ursprüngl. als einmotoriges Frachtflugzeug geplant, wurde die J. auf Anregung der Lufthansa von Konstrukteur Ernst Zindel zu einer dreimotorigen Passagiermaschine weiterentwickelt. Die Ju 52/3m (3m = 3motorig) war für 15-17 Passagiere eingerichtet und serienmäßig mit dem BMW-132- Sternmotor ausgerüstet. Dank ihrer Zuverlässigkeit machte sie sich in den 1930er Jahren weltweit einen Namen. Im Krieg erwarb sich das robuste Wellblechflugzeug als 'Tante Ju' oder 'Eiserne Anna' legendären Ruf. Es diente an allen Fronten und bei jedem Wetter als Arbeitspferd der Transportverbände. Bis zu 18 vollausgerüstete Soldaten, 14 Bahren oder 2 t Fracht fanden im Kastenrumpf Platz. In der Rolle als 'Mädchen für alles' wurde die J. genauso berühmt wie die C-47 Skytrain auf alliierter Seite. Sie schleppte Lastensegler und leistete als Sanitätsflugzeug Samariterdienste, in einer Schwimmerversion unternahm sie Seetransporte, mit einer Magnetspule unter dem Rumpf suchte sie Seeminen. Im Ausbildungsbetrieb schätzte man sie als 'fliegenden Hörsaal' und Blindflugtrainer. Parallel zur zivilen Fertigung war 1934 eine militär. Baureihe angelaufen, die zunächst als Behelfsbomber verwendet wurde. Bei Ausbruch des Span. Bürgerkriegs brachten 20 J. bei Pendelflügen im Aug. 1936 rd. 10,000 Mann der Afrika-Armee von Span. Marokko aufs Festland: 'Franco sollte diesem Flugzeug ein Denkmal setzen' (Hitler). Beim Aufbau der Fallschirmtruppe stellte die Luftwaffe ihr erstes Transportgeschwader aus Ju 52 (Kampfgeschwader zur bes. Verwendung - KGzbV) auf; im Sommer 1939 standen 522 J. zur Verfügung. Beim Luftlandeangriff auf Norwegen und auf Holland 1940 machte die Luftwaffe erstmals in großem Stil von den Transportflugzeugen Gebrauch, beim Unternehmen 'Merkur' gegen Kreta gehörten 493 J. zur ersten Angriffswelle. Mit der Ausweitung des Landkrieges auf Rußland und N-Afrika verlagerte sich der Schwerpunkt auf Nachschubflüge. Die Luftbrückeneinsätze von Demjansk, Stalingrad oder Tunis stehen für zahllose kleinere Transportunternehmen, bei denen die J. bis zuletzt die Hauptlast trug. Insges. 2,084 Exemplare wurden während des Krieges gebaut; Daten der Ju 52/3m g7e: 3x830 PS, max. 290 km/h, 11 t Abfluggewicht, 3 Mann Besatzung, 1x13-mm-MG im offenen Drehstand auf dem Rumpfrücken und 2x7.9-mm-MG in den Rumpffenstern. Zur Verteidigung trugen viele J. im Frontgebiet ein zusätzl. MG in einer Plexiglashaube auf dem Dach des Führerraums. Dennoch fielen die trägen Maschinen feindl. Jägern oft hilflos zum Opfer; im April 1945 zählten die letzten Transportgruppen noch etwa 130 einsatzklare Flugzeuge. Junkers arbeitete seit 1939 an einem ebenfalls dreimotorigen Nachfolgemodell, das über wenige Prototypen und 41 Serienmuster der neuen Ju 352 Herkules nicht hinauskam. Die hochbejahrte 'Tante Ju' jedoch wurde nach dem Krieg u.a. in Frkr. und Spanien weitergebaut und war in manchen Ländern bis in die 80er Jahre anzutreffen. Die Dt. Lufthansa hat 1985 eines der seltenen noch flugfähigen Exemplare zu Demonstrations- und Werbeflügen renoviert.
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