Heß, Rudolf, *Alexandria 26.4.1894, +Berlin 17.8.1987, dt. Politiker; 1920 NSDAP-Beitritt, 1923 Teilnahme am Hiter-Putsch und Verurteilung zu 18 Monaten Festungshaft in Landsberg, dort Aufnahme des Diktats von 'Mein Kampf' und seitdem Hitlers Privatsekretär, 1933 Stellv. des Führers als Parteichef und Leiter der Parteikanzlei (Min.rang). H., dessen Stabsleiter Bormann ihn bald aus dem Machtzentrum verdrängte, hing mit fast religiöser Inbrunst an Hitler und vertrat bedingungslos v.a. auch dessen rassist. und antisemit. Ansichten. Schon lange als Sonderling bekannt, flog er am 10.5.1941 nach Großbrit. und versuchte, London zu einem Friedensschluß mit dem Dt. Reich zu bewegen, das er durch Hitlers Entschluß zum Angriff auf die Sowjetunion gefährdet sah. Hitler ließ ihn für geisteskrank erklären, die Briten nahmen in in Haft. Im Nürnberger Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher wurde H. am 1.10.1946 zu lebenslanger Haft verurteilt. Seit 1966 war er einziger Häftling im Gefängnis Spandau, seine von allen Bundesreg. und zahllosen Prominenten geforderte Begnadigung scheiterte immer wieder am Veto der Sowjets, auch wollte H. nie Gnade, sondern Rehabilitierung. Er nahm sich schließl. das Leben.
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