Halder, Franz, *Würzburg 30.6.1884, +Aschau (Chiemgau) 2.4.1972, dt. Gen.oberst (19.7.1940); 1902 zum Heer (Artillerie), im 1. Weltkrieg Generalstabsverwendung, 1919/20 in der Ausbildungsabt. des Reichswehrmin., 1921/23 Taktiklehrer, bis 1929 diverse Kommandos, dann wieder Reichswehrmin., 1.10.1934 Gen.major, 1.8.1936 Gen.leutnant, 1936/1937 Leiter des Manöverstabes im Kriegsmin., dann Generalstab des Heeres, 1.2.1938 Gen. der Artillerie. Am 1.9.1938 löste H. den aus Opposition gegen Hitlers Risikopolitik zurückgetretenen L. Beck als Chef des Generalstabs des Heeres ab. Er stand zwar als konservativer Offizier den Kriegsplänen Hitlers skept. gegenüber, doch blieb er stets loyal und plante die Feldzüge gegen Polen, Frkr., auf dem Balkan und in der Sowjetunion. In Konflikt geriet H. mit Hitler eher bei 'handwerkl.' Fragen, v.a. nachdem Hitler am 19.12.1941 sich selbst zum OB des Heeres gemacht hatte und zunehmend in die Führung auch kleinster Operationen eingriff. Zum Eklat kam es anläßl. der Führerweisung vom 23.7.1942, die die Offensive 'Blau' unverantwortl. auffächerte durch den exzentr. Angriff zur Wolga und in den Kaukasus. Am 24.9.1942 setzte H. seine Verabschiedung durch und wurde zur Führerreserve versetzt, 31.1.1945 endgültiges Ausscheiden aus dem Heeresdienst. H., der seit 1938 lose Verbindung zu Widerstandskreisen gehalten hatte, aber aktive Beteiligung nicht mit seinem Treueid vereinbaren konnte, wurde nach dem Attentat vom 20.7.1944 festgenommen und erst von den Amerikanern aus KZ-Haft befreit. Militärwiss. Schriften, u.a. 'Hitler als Feldherr' (1949).
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