Guderian, Heinz, *Kulm 17.6.1888, +Schwangau bei Füssen 14.5.1954, dt. Gen.oberst (19.7.1940); 1.4.1901 Kadettenkorps, Teilnahme am 1. Weltkrieg, 1919 Reichswehr. G. diente in der Inspektion der Verkehrstruppen, im Stab der 2. Div. (Stettin) und in der Heeresabt. des Truppenamtes. Schon 1929 setzte er bei einer Übung die Verwendung einer Pz.div. zugrunde, wurde aber trotz Erfolgs vom Inspekteur der Verkehrstruppen, Gen. Otto v. Stülpnagel, zurückgepfiffen, der gepanzerte Verbände über Regimentsstärke für illusor. hielt. Seit 1.2.1927 Major, übernahm G. am 1.2.1930 das Kommando über die 3. (Preuß.) Kraftfahr-Abt., wurde am 1.2.1931 zum Oberstleutnant und 1.4.1933 zum Oberst befördert. Nach Ernennung zum Kommandeur der neugebildeten 2. Pz.div. (15.10.1935) in Würzburg folgten weitere Beförderungen: 1.8.1936 Gen.major, 1.2.1938 Gen.leutnant, 1.11.1938 Gen. der Pz.truppen. Seit dem 4.2.1938 war G. Kommand. Gen. des XVI. AK und wurde am 20.11.1938 Chef der schnellen Truppen. Als Kommand. Gen. XIX. Panzerkorps nahm G. bei der Heeresgruppe Nord (v. Bock) am Polenfeldzug und bei der Heeresgruppe A (v. Rundstedt) am Frankreichfeldzug teil, in dessen zweiter Phase sein Korps zur Pz.gruppe G. erweitert wurde. Der von ihm konzipierte Einsatz geschlossener Pz.verbände bewährte sich in diesen Blitzkriegen ebenso wie in Rußland, wo G. am 22.6.1941 mit der Pz.gruppe 2 einrückte und wesentl. zu den Siegen in den Kesselschlachten bei Kiew, Orel und Brjansk beitrug. Als sein Vormarsch mit dem inzw. zur 2. Pz.armee ausgebauten Verband im Dez. 1941 bei Tula zum Stehen kam, enthob Hitler ihn seines Kommandos. Erst im Febr. 1943 wurde G. wieder berufen und zum Inspekteur der Pz.truppen ernannt. Nach dem Attentat vom 20.7.1944 betraute ihn Hitler mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Generalstabs des Heeres, als der G. auch Mitglied des Ehrenhofes war, der die Verwicklung von Offizieren in den Anschlag auf Hitler prüfte und Verdächtige der 'ordentl.' Justiz, d.h. dem Volksgerichtshof zur Aburteilung übergab. Am 28.3.1945 kam es erneut zum Zerwürfnis mit Hitler, da G. die hoffnungslose Lage anders beurteilte als der Oberste Befehlshaber und einen mißliebigen Armeeführer in Schutz nahm. G. wurde entlassen und geriet am 10.5.1945 in Tirol in amerikan. Gefangenschaft, 17.6.1948 Heimkehr. Er gilt als Schöpfer der dt. Pz.waffe. Ritterkreuz (27.10.1939) mit Eichenlaub (17.7.1941).
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