Gaulle, Charles de, *Lille 22.11.1890, +Colombey-les-deux-Églises 9.11.1970, frz. Gen. und Politiker; konservativ-kath. Erziehung (Vater Geschichtslehrer), 1912 Absolvent der Kriegsschule von Saint-Cyr, Leutnant im 33. Inf.regiment unter Pétain, 1916 bei Douaumont als Hauptmann verwundet in Gefangenschaft, 1919/20 auf poln. Seite Militärberater in poln.-russ. Krieg, 1922/1924 Generalstabsausbildung, anschließend Posten in Mainz, Paris und bei der Levantearmee, zwischenzeitl. 1926/1928 Kommandeur eines Jägerbataillons in Trier. Während seiner Dienstzeit als Gen.sekretär des Obersten Nat. Verteidigungsrats in Paris1932/1937 tat sich de G. als Militärtheoretiker hervor: 1932 erschien 'Le fil de l'épée' (Spitze des Schwertes), eine Sammlung von Essays zur Kriegskunst. Mit dem Buch 'Vers l'armée de métier' (dt. 1935 'Frkr.s Stoßarmee - Das Berufsheer, die Lösung von morgen') wandte er sich 1934 gegen das starre 'Maginot-Denken' führender Militärs und plädierte für die Aufstellung von 2-3 mot. und gepanzerten AK aus Berufssoldaten für den offensiven Bewegungskrieg. Von manchen Bewunderern wurde de G. wegen dieser Publikation im Nachhinein zum Lehrmeister der dt. Blitzkriegstrategie von 1940 stilisiert, was er nicht war. Er erregte mit seinen unorthodoxen Ideen aber den Unwillen der Vorgesetzten und wurde Ende 1937 als Oberst zum Garnisonsdienst nach Metz abgeschoben. Beim Sitzkrieg Pz.kommandeur bei der 5. Armee im Elsaß, forderte de G. im Jan. 1940 in einem Memorandum an 80 Verantwortl. aus Armee und Politik den beschleunigten Ausbau einer modernen Pz.waffe. Im Frankreichfeldzug wurde er nach dem dt. Durchbruch bei Sedan mit der hastig aufgestellten 4. Pz.div. an die NO-Front geworfen, wo er bei Laon einen Stoß gegen die Flanke Guderians führte und an der Somme Ende Mai 1940 bei einem Gegenangriff auf den Brückenkopf der bayer. 1957. Inf.div. bei Abbeville sogar vorübergehend Geländegewinne erzielte. Von Weygand im Heeresbericht belobigt, wurde de G. am 1.6.1940 zum Brigadegen. ernannt und 5 Tage später zum Unterstaatssekretär für Verteidigung berufen. Als Berater der nach Bordeaux geflohenen Reg. bestärkte er Min.präs. Reynaud in der Absicht, den Krieg von N-Afrika aus mit der Flotte an der Seite Englands fortzusetzen, während Pétain und Weygand auf eine Einstellung des aussichtslosen Kampfes drängten. Als Pétain am 17.6. Reynaud ablöste, ermöglichte dieser de G. noch die Flucht mit Familie und 100,000 Francs nach London, wo er am 18.6. seinen histor. Aufruf über BBC an die Franzosen erließ, den Kampf auch nach der Niederlage nicht aufzugeben: 'Was auch immer geschehen mag, die Flamme des Widerstands darf nicht und wird nicht erlöschen!'.
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