Dünkirchen (frz. Dunkerque), nordfrz. Hafenstadt am Ärmelkanal unweit der belg. Grenze mit 32,000 Einwohnern (1939). Mit dem Fall von D. endete am Vormittag des 4.6.1940 die erste Phase des dt. Westfeldzugs. Die alliierten Befehlshaber, allen voran der soeben ernannte OB Weygand, hatten nicht schnell genug die tödl. Gefahr erkannt, die der Vormarsch der dt. Pz.verbände im S ihrer noch an der Schelde verteidigenden Streitkräfte bedeutete. Der Befehl zum Rückzug erfolgte daher viel zu spät, so daß sich die frz. 1. Armee und die British Expeditionary Forces (BEF) schließl. in einem Kessel bei D. zusammengedrängt fanden, nachdem ein letzter Durchbruchsversuch zur Somme bei Arras gescheitert war. Hitler aber, geprägt von seinen Erfahrungen im 1. Weltkrieg in Flandern, nutzte die Erfolge der Pz.truppen nicht aus, sondern befahl am 24.5.1940, den stürm. Vormarsch anzuhalten. Neben den Sorgen um die gefährl. Überdehnung der Flanken leitete ihn der Wunsch, die Pz.div. für die Schlacht um Frkr. zu schonen. Nur zu gern glaubte er daher seinem Luftwaffen-OB Göring, der eine Zerschlagung des Kessel von D. allein aus der Luft für mögl. hielt. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als die Spitzen des 1. Pz.div. des XIX. Panzerkorps (Guderian) an der Aa nur 18 km vor D. standen und den Hafen in wenigen Stunden hätten erreichen können.
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