Daladier, Édouard, *Carpentras 18.6.1884, +Paris 10.10.1970, frz. Politiker; Historiker, seit 1919 Abgeordneter der Radikalsozialist. Partei in der Nat.versammlung, mehrfach Min. und Min.präs. Als D. im April 1938 sein 3. Kabinett bildete, bahnte sich bereits der Konflikt um das Sudetenland an, den D. im Sept. 1938 entschärfen half durch Unterschrift unter das Münchener Abkommen, das Hitlers Forderung nach Angliederung des Gebiets in allen Punkten erfüllte. Die Hoffnung, damit die Lage entspannt zu haben, wurde enttäuscht: Am 3.9.1939 erklärte D. nach dem dt. Überfall auf das mit Frkr. verbündete Polen dem Dt. Reich den Krieg. Wegen dessen zögerl. Führung beim Sitzkrieg in die Kritik geraten, trat D. am 20.3.1940 zurück, wurde im Kabinett Reynaud Verteidigungsmin. und wechselte am 18.5.1940 ins Außenmin., das er nach Bildung der Reg. Pétain am 16.6.1940 aufgeben mußte. Wie Reynaud und Gamelin wurde er im Sept. 1940 unter Hausarrest gestellt und im Nov. 1941 wegen seines Anteils an der frz. Niederlage angeklagt. Zwar wurde er am 15.4.1942 freigesprochen, ein Jahr später aber von den dt. Besatzungsbehörden verhaftet und ins KZ Buchenwald deportiert, vom 2.5.1943 bis Kriegsende wurde er danach auf Schloß Itter festgehalten. Versuche eines polit. Comebacks nach 1945 scheiterten wegen des untilgbaren 'Makels von München'.
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