Bretagne, Halbinsel in NW-Frkr. mit dem Verwaltungszentrum Rennes und den Kriegshäfen BrestSaint-Nazaire und Lorient. Das frz. Oberkommando erwog bei sich abzeichnender Niederlage im Frankreichfeldzug zeitweise die Errichtung einer 'Festung' B., weil das Gebiet über See relativ leicht zu versorgen war und wegen des unwegsamen Geländes auch Aussicht auf erfolgreiche Verteidigung bot. Das galt natürlich nur, wenn einigermaßen intakte Verbände in die B. zurückgenommen werden konnten. Als der frz. OB Weygand diese Lösung schließl am 12.6.1940 zu realisieren suchte, gab es von der dafür vorgesehenen 10. Armee (Altmayer) allerdings nur noch Reste, deren Marsch zudem durch Flüchtlingsströme fast zu Stehen gebracht wurde. Dagegen kamen die dt. Truppen, allen voran Rommels 'Gespensterdivision' (7. Pz.), kaum noch behelligt in Eilmärschen immer näher. Die Hoffnung auf brit. Entsatz wurde ebenfalls enttäuscht, als der neue brit. OB in Frkr., Brooke, Churchill von der Undurchführbarkeit des B.-Plans überzeugen konnte. Wenige Tage später fluteten die dt. Pz. in die B. Hier bildeten sich rasch Gruppen der Résistance, die im Vorfeld der Invasion die dt. Abwehr durch Sabotageanschläge zu schwächen suchten. Nach der alliierten Landung und dem Durchbruch bei Avranches erhielt das VIII. US-Korps (Middleton) den Auftrag zur Eroberung der B.; Rennes fiel am 3.8.1944. Die Atlantikfestungen aber hielten, bis auf Brest, bis Kriegsende. Brettheim, dt. Dorf 13 km südwestl. Rothenburg ob der Tauber. Bei Herannahen amerikan. Truppen (10. Pz.div.) wurden am 7.4.1945 aus dem Wehrertüchtigungslager Gebsattel Hitlerjungen zur Feindbeobachtung bei B. eingesetzt. Vier der Kinder, die mit einem Gewehr, 4 Pz.fäusten und mehreren Handgranaten bewaffnet waren, wurden von Einwohnern des Dorfes, die weiteren Widerstand für unnütz und gefährl. hielten, entwaffnet, z. T. geohrfeigt und weggejagt. Ein Standgericht verurteilte daraufhin einen der beteiligten Erwachsenen zum Tode, doch weigerten sich Ortsgruppenleiter wie Bürgermeister von B. das Urteil zu unterschreiben. Sie wurden deswegen am 10.4.1945 von einem provisor. weiteren Standgericht - Anklagevertreter und Verteidiger gab es nicht - ebenfalls zum Tode verurteilt und zusammen mit dem vorherigen Opfer beim Friedhof mit Drahtseilen erhängt. Einige der Hitlerjungen nahmen an der Hinrichtung teil. Die Standgerichtsangehörigen wurden in einem Nachkriegsprozeß zunächst mangels Beweises freigesprochen, der Vorsitzende jedoch später zu 3 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
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