Brest-Litowsk, poln. Stadt am westl. Bug mit rd. 50,000 Einwohnern (1939). B. wurde im Polenfeldzug am 16.9.1939 vom dt. XIX. Panzerkorps genommen und das poln. Heer westl. des Bug eingeschlossen. B., das nach der poln. Kapitulation den Sowjets überlassen wurde, konnte im Rußlandfeldzug erst am 28.6.1941 nach heftiger Gegenwehr v.a. der Zitadelle vom dt. XII. AK (Schroth) und der Pz.gruppe 2 erneut erobert werden, die hier die sowjet. 4. Armee vernichtete. Die Rückeroberung von B., das seitdem sowjet. ist, gelang der 1. Weißruss. Front (Rokossowski) am 28.7.1944, nachdem die dt. Heeresgruppe Mitte unter den Schlägen der sowjet. Sommeroffensive zusammengebrochen war. Die dabei eingebrachten dt. Gefangenen wurden u.a. in die gleich darauf bei B. eingerichtete Uprawlenije 7-284 einliefert. Diese Lagergruppe diente in der Folge auch als Durchgangsstation für Transporte mit dt. Gefangenen aus den Sammellagern im W. B. umfaßte drei Lager (Frankfurter, Kubriker und Lager Babinka), die Kolchose 'Shabinska', das Gefangenen-Hospital 284/5-849 und zeitweise die Arbeitsbataillone 335, 338, 345, 348-358, 383, 385/6, 389, 391, 456, 475. Die Zustände waren bis Mitte 1946 katastrophal, inbes. im Hospital. Es fehlten Fenster und Böden, die Kranken lagen ohne Decken auf der Erde. Medikamente und Verbandsmaterials gab es kaum. In den Wintermonaten starben tägl. 50 bis 100 Gefangene, insges. bis zur Auflösung der Lager im Aug. 1953 rd. 20,000, darunter zahlr. Zivilinternierte.
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