Atlantikfestungen, Sammelbez. für frz. Hafenstädte und vorgelagerte Inseln, die nach dem Rückzug der Wehrmacht1944 in dt. Hand verblieben. Die meisten lagen an der Biskaya. Zu ihnen gehörten namentl. Saint-Nazaire, La Rochelle und weiter südl. an der Gironde-Mündnung Royan und Le Verdon. In diese mit Küsterartillerie bestückten Marinestützpunkte hatten sich nach der alliierten Landung in S-Frkr. (Operartion 'Anvil') die dt. 1. Armee (v. d. Chevallerie) und Teile der 19. Armee (Wiese) auf Befehl Hitlers zurückgezogen. In einer entspr. Direktive vom 17.8.1944 hatte er ausdrückl. befohlen, daß die 'Festungen und Verteidigungsbereiche' an den frz. Küsten 'bis zum letzten Mann' zu halten seien. Bis auf Lorient in der Bretagne, die Kanalinseln und Dünkirchen an der Kanalküste wurden jedoch alle Häfen nördl. der Loire im Sommer/Herbst 1944 nach z.T. erbitteren Kämpfen von den Alliierten erobert. Die anderen A. blieben, von der Landseite her abgeriegelt, mit insges. etwa 100,000 Mann Besatzung hinter der alliierten Front zurück. Für den Vormarsch der Angloamerikaner war nun Antwerpen als Nachschubbasis wichtiger. Die eingeschlossenen Garnisonen wurden mit U- und Schnellbooten oder auch aus der Luft versorgt. Saint-Nazaire, das die Loire-Mündung blockierte, verfügte wie auch Dünkirchen, über ein eigenes Flugfeld. Dort wurde nach Vereinbarungen mit dem Internat. Roten Kreuz ein Teil der miteingeschlossenen Zivilbevölkerung evakuiert. Im April 1945 eroberten schließl. frz. Truppen Royan und Le Verdon zurück. Die anderen A. hielten sich bis zur dt. Kapitulation.
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