Antwerpen, nordbelg. Provinz und Hafenstadt an der unteren Schelde, 88 km von der Nordsee entfernt, mit 271,000 Einwohnern (1940). Die Stadt A. wurde während des dt. Westfeldzugs am 18.5.1940 von der Heeresgruppe B (v. Bock) genommen und war im Sept. 1940 Ziel heftiger Luftangriffe der RAF gegen Schiffsansammlungen für das Unternehmen 'Seelöwe'. Am 4.9.1944 wurde A. von der 2. brit. Armee befreit. Die Hafenanlagen waren noch intakt, doch blockierten dt. Küstenbatterien auf der Halbinsel Walcheren die Scheldemündung, bis Bombenangriffe der RAF und Kommandounternehmen den dt. Widerstand brachen und die Hafenzufahrt Ende Nov. 1944 freimachten. Mitte Dez. wurden tägl. bereits 20,000 t Nachschubgüter für die Armeen Eisenhowers und Montgomerys gelöscht. A. hatte dank seiner geograph. Lage und der Umschlagkapazität hohe strateg. Bedeutung für den alliierten Vorstoß ins Reich, zumal alle wichtigen Häfen an der Atlantik- und Kanalküste bis auf Cherbourg zerstört oder noch in dt. Hand waren. Dt. Klein-U-Boote versuchten, den Schiffsverkehr in der Scheldemündung zu stören. Die Stadt wurde außerdem unter Dauerbeschuß mit V-Waffen genommen, die schwere Zerstörungen anrichteten und viele Opfer forderten, die alliierte Nachschubbasis aber nicht lahmlegen konnten: Insges. wurden 5,760 V 1, von denen allerdings nur 628 ihr Ziel erreichten, und 1,265 V 2, von denen 570 trafen, auf A. abgefeuert. A. war auch - weit verfehltes - Ziel der dt. Ardennenoffensive (Dez. 1944).
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