Antifa 4, zur Durchsetzung und Verbreitung der A.-Doktrinen nutzten die Aktivisten Lagerversammlungen, Gruppenarbeit als effktivstes Mittel, Wandzeitungen und eingängige Schlagworte auf Spruchbändern. Dennoch stieß die Antifaschismus-Arbeit zumindest in der ersten Zeit auf starke Ablehnung bei den Gefangenen. Insbes. viele Kapitulationsgefangene fühlten sich von den Sowjets betrogen, weil ihnen bei der Waffenniederlegung häufig die Heimkehr versprochen worden war. Hinzu kam der Unmut über die schlechten Lebensbedingungen in den Lagern und die Empörung über die zur 'Lagerprominenz' gehörenden Aktivisten, die als 'Kaschisten' (von Kasch = Brei), 'Kaschköppe' und 'Nachschlagfresser' beschimpft wurden, weil sie sich Sonderzuteilungen erschlichen und Kameraden bespitzelten. Das betraf natürlich nicht alle Aktivisten, denn es gab auch solche, die ihre Stellung zur Verbesserung der Lage ihrer Mitgefangenen nutzten. Insges. hatte die A.-Arbeit jedoch kaum Erfolg, weil sie zu dogmatisch ausgerichtet war. Viele Soldaten lösten sich spätestens nach der Heimkehr angesichts der politischen Realitäten vom Kommunismus. Allein für den Aufbau des SED-Staats in der DDR war die Arbeit der A. von Bedeutung. Dort wurden ehemalige Aktivisten bei der Postenvergabe bevorzugt.
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