Das Sternbild der Zwillinge (Gemini) ist eines der Sternbilder der Ekliptik, durch das die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel verläuft. Es war ursprünglich mit dem Tierkreiszeichen gleichen Namens identisch, hat sich jedoch aufgrund der Präzession gegen dieses verschoben. Die Sonne hält sich dabei vom 21. Juni bis zum 20 Juli in den Zwillingen auf.
Die Zwillinge bilden ein langgezogenes liegendes Rechteck. Die beiden westlichen Eckpunkte bilden die hellen Sterne Castor und Pollux.
Durch den östlichen Teil der Zwillinge zieht sich das Band der Milchstraße.
Geschichte
Im Jahre 1930 wurde der Planet Pluto bei der Auswertung fotografischer Platten im Sternbild Zwillinge entdeckt.
Mythologie
In der griechischen Mythologie waren Kastor und Polydeukes (Pollux ist die lateinische Bezeichnung) unzertrennliche Zwillingsbrüder. Ihre Mutter, Leda, empfing Kastor von ihrem Ehemann, König Tyndareos von Sparta, und Pollux von Zeus, der sich ihr in der Gestalt eines Schwans näherte. Daher war Kastor menschlich und sterblich, Pollux dagegen von göttlicher Herkunft und unsterblich. Die Brüder schlossen sich Jason und den Argonauten bei deren Suche nach dem goldenen Vlies an und erlebten zahlreiche Abenteuer. Bei einem Streit mit ihren Weggefährten, den Zwillingsbrüdern Lynkeus und Idas ging Pollux als einziger Überlebender hervor. Er wandte sich an seinen göttlichen Vater und bat ihn, seine eigene Unsterblichkeit mit Kastor teilen zu dürfen. Fortan verbringen die Brüder ihre Tage abwechselnd im Hades oder auf dem Olymp. Außerdem wurden sie als Sternbild am Himmel verewigt.
Castor ist ein komplexes Mehrfachsystem, bei dem drei Hauptsterne um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Jeder der Hauptsterne wird wiederum von einem lichtschwachen Begleiter umkreist. Das System ist 45 Lichtjahre entfernt. Die drei Hauptsterne können mit dem Teleskop beobachtet werden.
η Geminorum ist ein Roter Riese in 190 Lichtjahren Entfernung, dessen Helligkeit periodisch schwankt. Er gehört zum Typ der halbregelmäßig veränderlichen Sterne. Darüber hinaus ist er ein bedeckungsveränderlicher Stern, da er von einem lichtschwachen Begleiter umkreist wird, der ihn etwa alle drei Tage teilweise bedeckt.
ζ Geminorum ist ein veränderlicher Stern vom Typ der Delta-Cepheiden.
Das MessierobjektM 35 ist ein offener Sternhaufen in ca. 3.000 Lichtjahren Entfernung. Er ist bereits mit bloßem Auge als nebliger Fleck erkennbar. Mit einem Fernglas kann er in Einzelsterne aufgelöst werden. Bei höherer Vergrößerung im Teleskop werden immer mehr Einzelsterne, es sind etwa 200, sichtbar.
NGC 2129 ist ein offener Sternhaufen in 6.000 Lichtjahren, der allerdings nur wenige Sterne enthält.
In der Nähe des Sterns δ Geminorum findet man NGC 2392, einen planetarischen Nebel in 2.500 Lichtjahren Entfernung. Damit bezeichnet man einen Stern, der am Ende seiner Entwicklung seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Zurück bleibt ein Weißer Zwergstern. Im Teleskop erscheint NGC 2392 als nebliger runder Fleck. Auf langbelichteten Fotografien werden Strukturen erkennbar, die an ein Gesicht erinnern, das von einer Fellkapuze eingerahmt wird. Daher erhielt das Objekt den Namen Eskimonebel.
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