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Zweiter Weltkrieg

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Der Zweite Weltkrieg dauerte vom 1. September 1939 bis zum 2. September 1945. In Europa ging er am 8. Mai 1945 zu Ende, in Asien nach der Kapitulation Japans am 14. August 1945. Er war der größte und blutigste zusammenhängende Konflikt in der Geschichte der Menschheit. Hatte der Erste Weltkrieg fast 10 Millionen Todesopfer gefordert, waren es im Zweiten Weltkrieg schätzungsweise 55 Millionen, darunter über 20 Millionen Zivilisten. Der Zweite Weltkrieg wurde von einer starken Ideologisierung geprägt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und zu gewaltsamen, oft systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung führte.


Die so genannten Achsenmächte Deutsches Reich unter Adolf Hitler, Italien unter Benito Mussolini und Japan unter Kaiser Hirohito führten Eroberungsfeldzüge gegen viele Staaten; ihre militärischen Hauptgegner waren anfangs Frankreich, Großbritannien und China sowie nach dem Bruch des Hitler-Stalin-Pakts die Sowjetunion unter Josef W. Stalin (siehe Großer Vaterländischer Krieg) und nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor auch die USA.


Inhaltsverzeichnis


1 Grundlagen

  1.1 Ausgangslage

  1.2 Kriegsziele

  1.3 Vorgeschichte

2 Chronologischer Verlauf

  2.1 1939

    2.1.1 Der deutsche Angriff auf Polen

    2.1.2 Stellungskrieg an der Westfront

  2.2 1940

    2.2.1 Unternehmen Weserübung

    2.2.2 Der Westfeldzug

      2.2.2.1 Bombardierung Rotterdams

      2.2.2.2 Operation Dynamo

      2.2.2.3 Der Fall Rot (Feldzug in Frankreich)

    2.2.3 Der Balkankrieg

  2.3 1941

    2.3.1 Jugoslawien und Griechenland

      2.3.1.1 Schlacht um Kreta

    2.3.2 Nordafrika

    2.3.3 Unternehmen Rheinübung

    2.3.4 Unternehmen Barbarossa

      2.3.4.1 Der Partisanenkrieg

    2.3.5 Pazifik

  2.4 1942

    2.4.1 Die Ostfront

      2.4.1.1 Stalingrad

    2.4.2 Nordafrika

    2.4.3 Pazifik

  2.5 1943

    2.5.1 Die Ostfront

    2.5.2 Afrika und Italien

    2.5.3 Pazifik

    2.5.4 Deutschland

  2.6 1944

    2.6.1 Italien

    2.6.2 Die Ostfront

    2.6.3 Die Westfront

    2.6.4 Die deutsche Wehrmacht in Frankreich - Juni 1944

      2.6.5 Die Landung in Europa am 6. Juni 1944

    2.6.6 Der Pazifik

  2.7 1945

    2.7.1 Die Ostfront

    2.7.2 Die Westfront

    2.7.3 Die letzten Luftangriffe

    2.7.4 Das Kriegsende in Europa

    2.7.5 Der Krieg in Asien

    2.7.6 Das Kriegsende in Asien

3 Ergebnisse

  3.1 Die Opferzahlen

4 Weblinks

5 Literatur


Grundlagen

Ausgangslage

Bei Hitlers Machtergreifung 1933 hatte die Reichswehr eine Stärke infolge der Bestimmungen des Versailler Vertrages von 100.000 Mann und war damit militärisch von geringem Gewicht.


Schon in der Weimarer Republik, 1923, ließ der Chef der Heeresleitung (General von Seeckt) Studien zu einem späteren Wiederaufbau deutscher Streitkräfte anstellen. Diese waren der Entwurf für ein späteres "Großes Heer", welches in einem einzuplanenden Mehrfrontenkrieg Deutschland mit Erfolg schützen sollte. Immerhin waren bis 1924 Polen, Frankreich, Belgien und Litauen mit militärischen Kräften in das Reich eingedrungen. Reichskanzler von Papen beschloss im Oktober 1932 nach sechs ergebnislosen Verhandlungsjahren zur Abrüstung und Rüstungsbegrenzung, die Reichswehr auch ohne Einigung mit den Siegermächten zu vergrößern.


Der Anteil der Rüstungsausgaben an den Reichsausgaben stieg von 8,2% (1932) über 39,3% (1934) auf 61% Prozent (1938). Finanziert wurde dieses exzessive Aufrüstungsprogramm durch das System der so genannten 'Mefo-Wechsel' der Reichsbank - und damit letztlich durch eine verdeckte Inflation.


Kriegsziele

Der Zweite Weltkrieg war ein von den Nationalsozialisten entfesselter, ideologisch motivierter Eroberungs- und Vernichtungskrieg zur Gewinnung von Lebensraum im Osten. Hitler verfolgte dabei seine in seinem programmatischen Buch Mein Kampf dargelegten Ziele bei allen taktischen Wendungen konsequent bis zum Ende. Komponenten seines außenpolitischen Denkschemas waren:


  • ein Bündnis mit England und Italien
  • der Kampf gegen das angeblich zerstörerische Wirken einer jüdischen Weltverschwörung
  • ein anti-bolschewistischer Vernichtungskampf zur Gewinnung von Lebensraum im Osten.


Endziel war die Erringung einer deutschen Weltmachtstellung. 'Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein' schrieb er in 'Mein Kampf'.1


Dafür entwickelte er den Plan einer 'Lebensraumgewinnung' im Osten: 'Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen und weisen den Blick nach dem Land im Osten.'2 Hitler wollte dabei an die deutsche Ostbesiedlung anknüpfen, die im 14. Jahrhundert geendet hatte.


Opfer dieses neuen Germanenzugs sollte Russland sein, das Hitler nach der Ausrottung der germanischen Führungsschicht durch die Juden in der Revolution für 'reif zum Zusammenbruch'3 hielt.


Hitlers Russlandbild war wesentlich von Rosenberg geprägt. Den geopolitischen Konzeptionen Karl Haushofers, die ihm von Heß vermittelt worden waren, entnahm er den in seiner Gedankenwelt zentralen Begriff des Lebensraums.


Vor 1933 waren seine Ideen kaum ernst genommen worden4. Nach der Machtergreifung suchte er, seine wahren Ziele so lange wie möglich zu verschleiern. Die Revision des Versailler Vertrags war für Hitler lediglich ein Etappenziel, auch wenn er der deutschen und internationalen Öffentlichkeit jahrelang vorgaukeln konnte, es ginge ihm um das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen. In Wahrheit ging es immer um die Lebensraumgewinnung im Osten, wie er es schon am 3. Februar 1933 in einer Ansprache vor Generälen der Wehrmacht erklärte: 'Eroberung neuen Lebensraums im Osten u. dessen rücksichtslose Germanisierung.'5


In der Denkschrift zum Vierjahresplan von August 1936 formulierte Hitler: 'Ich stelle damit folgende Aufgabe: I. Die deutsche Armee muss in 4 Jahren einsatzfähig sein. II. Die deutsche Wirtschaft muss in 4 Jahren kriegsfähig sein.'5


Am 5. November 1937 präzisierte Hitler seine Kriegsziele vor der deutschen Generalität (Hoßbach-Protokoll):


'Das Ziel der deutschen Politik sei die Sicherung und Erhaltung der deutschen Volksmasse und deren Vermehrung. Somit handelt es sich um das Problem des Raumes. [...] Die deutsche Zukunft sei daher ausschließlich durch die Lösung der Raumnot bedingt..._ [...] Die einzige..._ Abhilfe läge in der Gewinnung eines größeren Lebensraumes [...] Zur Lösung der deutschen Frage könne es nur den Weg der Gewalt geben..._ [...] dann bleibe nur noch die Beantwortung der Fragen 'wann' und 'wie'..._ Sollte der Führer noch am Leben sein, so sei sein unabänderlicher Entschluss, spätestens 1943/45 die deutsche Raumfrage zu lösen. [...] Zur Verbesserung unserer militär-politischen Lage müsse in jedem Fall einer kriegerischen Verwicklung unser 1. Ziel sein, die Tschechei und gleichzeitig Österreich niederzuwerfen, um die Flankenbedrohung eines etwaigen Vorgehens nach Westen auszuschalten..._'.5

Vorgeschichte

Dem Zweiten Weltkrieg gingen in Europa der Spanische Bürgerkrieg und in Asien der Chinesisch-Japanische Krieg voraus ebenso wie der Anschluss Österreichs am 12. März 1938 an das Deutsche Reich sowie die Abtretung des Sudetenlandes und anschließende Besetzung des restlichen Böhmen und Mähren (westlicher Teil der Tschechoslowakei, heute Tschechien).


Die beträchtliche Kriegsbeute allein an hochwertigem militärischem Großgerät (Panzer, Geschütze, LKW) diente der Ausstattung zahlreicher neu aufzustellender Divisionen - 15 Infanteriedivisionen und drei Panzerdivisionen.


Chronologischer Verlauf

1939

Der deutsche Angriff auf Polen

Der Zweite Weltkrieg wurde vom Deutschen Reich am 1. September 1939 durch den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen begonnen, nachdem als polnische Widerständler verkleidete SS-Angehörige den deutschen Sender Gleiwitz am 31. August gestürmt hatten. Diese Aktion war eine von mehreren fingierten Maßnahmen auf deutscher Seite, um den Angriff auf Polen ('Fall Weiß') zu rechtfertigen.


Polen war den Forderungen Hitlers nicht nachgekommen, Deutschland die Herrschaft über die Freie Stadt Danzig zurückzugeben und hatte die Erlaubnis verweigert, eine Autobahn durch den polnischen Korridor, der seit 1919 Ostpreußen vom Rest Deutschlands trennte, bauen zu dürfen. Polen hatte sich der ihm zugedachten Rolle als 'Juniorpartner' im Kampf gegen die Sowjetunion widersetzt und sollte durch die taktische Wendung des Hitler-Stalin-Paktes, mit dem sich das nationalsozialistische Deutschland vorübergehend mit dem ideologischen Todfeind verbündete, nun zuerst ausgeschaltet werden.


Den deutschen Angriff begann das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein (auf die Westerplatte in Danzig). Hitler verkündete, dass die Polen nun »erstmals auf unser eigenes Territorium« geschossen hätten und dass seit 5:45 Uhr (Hitler irrt sich dabei, der Angriff begann um 4:45 Uhr) nun zurück geschossen würde.


Die Polen waren den Deutschen zahlenmäßig unterlegen. Das Deutsche Reich hatte bis dahin insgesamt 100 aktive Divisionen einschließlich der Reservedivisionen. Ihnen standen gegenüber 47 polnische Divisionen. Die durch Garantieerklärungen an Polen gebundenen Länder Frankreich und England hatten zu diesem Zeitpunkt 100 bzw. 20 Divisionen. Den Anfang des Angriffs sollte die Heeresgruppe Süd mit 886.000 Soldaten unter dem Befehl von Generaloberst Gerd von Rundstedt übernehmen. In Hinterpommern und Ostpreußen standen mit der Heeresgruppe Nord weitere 630.000 Mann bereit. Sie sollten die feindlichen Kräfte im polnischen Korridor zerschlagen und das abgetrennte Ostpreußen mit dem Reich vereinen. Da alle motorisierten Truppen unter bewusster Vernachlässigung der Westgrenze gegen Polen versammelt worden waren standen den 600 polnischen Panzern 3200 deutsche Panzer gegenüber, die polnische Luftwaffe war zahlenmäßig ebenfalls unterlegen.


Trotz dieser Überlegenheit sah sich die Wehrmacht mit mehreren Nachteilen konfrontiert: Die deutschen Panzer waren zu einem großen Teil bereits veraltet. Ebenso war die Wehrmacht schon zu diesem Zeitpunkt nicht vollständig und entsprechend der Vorgaben mit Panzern und Flugzeugen ausgerüstet. Sie zählte 1939 zwar zu den modernsten Streitkräften der Welt, doch litt sie wegen der starken Heeresvergrößerungg unter einem starken Offiziersmangel ebenso war der mobilmachungsmäßige Aufbau dem Führen eines längeren Krieges sehr hinderlich dafür aber für einen Blitzkrieg besser geeignet.


Am 2. September wurde die polnische Pommerellen-Armee zerschlagen. Mit dem Mut der Verzweiflung stürzten sich die Verteidiger selbst mit Kavallerieeinheiten gegen die deutschen Panzer und fielen den Maschinenwaffen zum Opfer. Einzig die Mlawa-Stellung, ein starker Bunkerkomplex, konnte den Angriff an diesem Tag ins Stocken bringen.


Ebenfalls erklärt Deutschland der englischen Regierung am Abend:


"Der Führer ist bereit, aus Polen wieder herauszugehen und Schadensersatz für bereits angerichtete Schäden anzubieten unter der Voraussetzung, dass wir Danzig und die Straße durch den Korridor erhalten, wenn England im deutsch-polnischen Konflikt die Vermittlung übernimmt."


Am 3. September stellten Frankreich und Großbritannien ein Ultimatum an das Deutsche Reich. Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die Englisch-Französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber eine Offensive im Westen Deutschlands zu starten. Zwar erklärten die beiden Westmächte, zur Überraschung Hitlers, noch am selben Tag den Krieg, doch der Angriff blieb aus, es kam zunächst zum Sitzkrieg.


Churchill erklärt: "Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands."


Am berüchtigten "Bromberger Blutsonntag" wurden über 1000 Deutsche (Zivilisten) von Polen ermordet.


Am 6. September wurde Krakau von der 14. Armee eingenommen. Wenig später bewegten sich Panzerkräfte der 10. Armee sehr schnell auf die Weichsel zu, ihre Aufgabe war die Umfassung Warschaus. Am 17. September zerschlug sich die polnische Hoffnung, den Osten ihres Landes verteidigen zu können. Entsprechend dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein. Noch am selben Tag flüchtete die polnische Regierung nach Rumänien. Der Zusammenbruch war nun nicht mehr aufzuhalten.


Auf ihrem Rückzug haben die Polen unter den Volksdeutschen im ganzen Lande ein Blutbad angerichtet, dem etwa 15000 Menschen zum Opfer gefallen sind.


Bis zum 20. September wurde der Kessel von Bzura gesäubert, worauf 170.000 Polen in Gefangenschaft gerieten. Warschau war eingeschlossen und zur Übergabe aufgefordert worden, der Stadtkommandant weigerte sich. Daraufhin warnte die Wehrmacht mit Flugblättern vor dem bevorstehenden Angriff. Am 24. September begann der massive Angriff auf Warschau, bei dem Artillerie und Sturzkampfflugzeuge die Stadt sturmreif bombardierten. Am 28. September kapitulierte die polnische Hauptstadt, und einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin. Bis zum 6. Oktober gaben auch die letzten polnischen Truppen auf. Der Feldzug war beendet.


Vor dem Reichstag beschwört Hitler die Westmächte noch ein mal um Frieden und versichert, keine Forderungen gegen sie zu haben.


Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie - die Vierte Teilung Polens. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Łódź. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement.


Stellungskrieg an der Westfront

Am 5. September begann eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saarland. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark verteidigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte eine Propagandamaschine an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen zu »Warum führt ihr Krieg« oder »Wir werden nicht zuerst schießen«.


Am 27. September erfolgte eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, den so genannten »Fall Gelb«. Bis zum 29. Oktober stand der Plan. Er sah vor, dass 2 Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierte Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen.


Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt. Wegen schlechter Witterungsbedingungen und viel größeren Verlusten in Polen (22% Verluste bei den Kampfflugzeugen, 25% bei den Panzern) als erwartet, verschob Hitler den Angriff insgesamt 29 mal.


1940

Unternehmen Weserübung

Zum Ende des Jahres 1939 stellte das neutrale (leicht deutsch-freundliche) Schweden einen bedeutenden Eisenerzlieferanten für Deutschland dar. Diese Erze mussten auf Grund ihrer geografischen Lage vor allem über norwegische Häfen verschifft werden. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel, das aus dem hoch im Norden liegenden - und ebenfalls eisfreien Hafen - Petsamo kam (gehört heute zur Russischen Föderation und wird Petschenga genannt). Damit war Norwegen für Deutschland von außerordentlichem wirtschaftlichen und militärischen Wert. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen abschneiden, weswegen vier Divisionen am 5. Februar 1940 im nord-norwegischen Hafen Narvik landeten. Diese Einheiten bezeichnete man offiziell als Unterstützungstruppen für Finnland, das sich zur damaligen Zeit im Winterkrieg gegen die Sowjetunion befand.


Die Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erfolgte eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde das Unternehmen Weserübung endgültig beschlossen. Es sah vor, Dänemark einzunehmen und es als »Sprungbrett« für die Eroberung Norwegens zu benutzen.


Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten. So wurden z. B. am 16. März einige Kreuzer im Stützpunkt Scapa Flow angegriffen, und deutsche U-Boote nahmen die Jagd auf Schiffe der Royal Navy auf.


Am 5. April fand auf Beschluss des Obersten Alliierten Kriegsrats die Operation »Wilfried« statt, bei dem die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite das Unternehmen Weserübung an. Dabei wurde fast die gesamte deutsche Flotte mobilisiert und in Richtung Narvik geschickt.


Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit Landung einer Gebirgsjägerdivision vor Narvik.


In Großbritannien hielt man eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, so dass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt waren, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt wurde (offiziell wurde Dänemark Verbündeter Deutschlands, es war jedoch klar, dass es sich um einen Zwang handelte).


Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, wobei es 9 britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff Warspite gelang, im Ofot-Fjord alle deutschen Zerstörer zu versenken. Des Weiteren wurden auf ihrem Rückweg die Leichten Kreuzer Karlsruhe, Königsberg und etliche Frachter von U-Booten bzw. der Royal Air Force versenkt.


Am 17. April landeten die Alliierten schließlich und brachten die Truppen der Wehrmacht auch mit massivem Beschuss der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, u.a. auch polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen ausgeladen.


Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, so dass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer in der Hafenstadt Namsos versenkt.


Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und einen wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schließlich noch die verbliebenen norwegischen Soldaten, worauf das Unternehmen Weserübung abgeschlossen und die Erzlieferungen für das Deutsche Reich gesichert waren.


Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes sein. So installierte man eine Marionetten-Regierung unter Vidkun Quisling. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler in der ständigen Furcht vor einer Invasion lebte.


Militärisch galt Norwegen als Sprungbrett für den Angriff auf Nordrußland mit dem Hauptziel des Haupthafens, Murmansk. Die zahllosen Fjorde eigneten sich außerdem als Stützpunkte für die deutschen Kriegsschiffe, die so unter Umgehung der Sperren in der Nordsee und bei den britischen Inseln operieren konnten.


In Norwegen waren bis zum Kriegsende etwa 350 000 bis 400 000 Mann stationiert, davon allein etwa 65000 Mann Marine- und Heeresküstenartillerie. Im Vergleich zur eigenen Bevölkerungszahl hatte Norwegen damit die höchste Dichte deutscher Besatzungssoldaten. Hieraus resultierten vergleichsweise viele Geschlechtsbeziehungen zwischen Norwegerinnen und den deutschen Besatzungssoldaten. Hinzu kamen die Pläne der Nazis, die Lebensbornheime gründeten.


Der Westfeldzug

Während Deutschland die Siegfriedlinie zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt.


Der Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, dem Oberst Blumentritt und dem damaligen Major i.G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er durch das 'Loch in den Ardennen' zum Sichelschnitt - wie ihn Churchill später bezeichnete - bis zur Kanalküste hin anzusetzen. Manstein nannte ihn schlicht den 'Neuen Plan'. Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände mit insgesamt 7 Armeen auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche standen gegen rund 137 alliierte Divisionen. Die Offensive zielte darauf, die Alliierten glauben zu lassen, dass die Wehrmacht wie bereits im ersten Weltkrieg im Hauptangriff über Belgien vorstoßen werde, um die stark befestigte französische Ostgrenze zu umgehen. In Wirklichkeit sollte ein Drehtür-Effekt erreicht werden. Der deutsche Angriff im Nordwesten veranlasste die Briten und Franzosen zur gewünschten Massierung ihrer Kräfte im Nordosten. Inzwischen gelangte die Wehrmacht wie mit einem Sichelschnitt in deren Rücken. Ihr Ziel war die baldige Einnahme der Städte Sedan und Carignan.


Die Franzosen, welche nicht damit rechneten, dass ein Panzervorstoß über die unwegsamen Ardennen möglich sei, waren völlig überrascht, als plötzlich deutsche Panzer vor Sedan standen.


Schon am 10. Mai wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael eingenommen. Die Deutschen verwendeten dabei Lastensegler, um Truppen und Material in die Festung zu schaffen. So schnell wie die deutschen Stoßtrupps MG-Nester einnahmen und die Kuppelanlagen des Forts sprengten, konnten sich die überraschten Belgier kaum widersetzen.


Am 13. Mai erhielt General Guderian den Befehl mit seiner Panzergruppe die Maas zu überschreiten, was auch in der Nacht zum 14. Mai geschah. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen die Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber ein Großteil der Flugzeuge.


Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber nach anfänglichen Erfolgen, wegen starker Attacken deutscher Stukas abgebrochen werden musste. Die Alliierten wurden weiter zurückgedrängt, so dass am 17. Mai Brüssel kampflos übergeben wurde.


Bombardierung Rotterdams

Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, so dass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams eingeleitet.


Am 14. Mai lehnte der Stadtkommandant von Rotterdam das deutsche Ultimatum zur Übergabe der Stadt ab, worauf 100 Bomber zum Angriff starteten. Als diese gerade im Anflug waren, besannen sich die Niederländer und führten Verhandlungen mit den Deutschen über eine Übergabe.


Das Signal für einen Abbruch des Angriffs kam für 57 Bomber zu spät, während der Rest abdrehen konnte. Bei dem darauf folgenden Bombardement wurde die Innenstadt schwer zerstört und 900 Menschen kamen ums Leben.


Einen Tag später kapitulierten die niederländischen Truppen, und die Regierung sowie die Königin flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart eingesetzt.


Operation Dynamo

Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die Briten beschlossen, ihre Einheiten bei Dünkirchen zu evakuieren.


Am 27. Mai begann die Operation Dynamo mit der Evakuierung von über 7500 Soldaten. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A standen an diesem Tag zum Angriff bereit, doch die Generalität beschloss, die Alliierten mit Bombern und Artillerie anzugreifen. Die Truppen waren von ihrem schnellen Vorstoß erschöpft, während die alliierten Einheiten kaum Kämpfe bestritten hatten und somit einen unverbrauchten und gefährlichen Gegner darstellten.


Am 4. Juni wurde die Operation abgeschlossen. Über 330.000 Soldaten - fast das gesamte britische Expeditionskorps - konnten evakuiert werden. Dies wurde von der britischen Propaganda als großer Erfolg gefeiert, obwohl fast die gesamte Kriegsausrüstung zurückgelassen werden musste. Doch Waffen ließen sich ersetzen, Soldaten nicht.


Die erfolgreiche Evakuierung der Armee gelang in diesem Umfang nur, weil Hitler persönlich die deutschen Panzer vor Dünkirchen stoppen ließ. Die Gründe für diesen Anhaltebefehl sind in der historischen Forschung bis heute umstritten. Die seit den 50er Jahren immer wieder vertretene Theorie, Hitler habe die Briten nicht vernichten wollen, um sie als Verbündete gewinnen zu können, wird in der heutigen Forschung kaum noch vertreten. Viele Experten stimmen jedoch darin überein, dass England nach einer Vernichtung seiner Armee bei Dünkirchen nicht mehr kriegsfähig gewesen wäre.


Der Fall Rot (Feldzug in Frankreich)

Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Fall Rot, so der Name für den Feldzug in Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme, die auch durch die Angriffe französischer Bomber nicht gestoppt werden konnten.


Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine, wodurch die Franzosen keine Möglichkeit mehr hatten, eine wirksame Verteidigung an dem Fluss zu errichten.


In den folgenden Tagen wurden die Franzosen sprichwörtlich überrannt. Besonders die Panzergruppen von General Guderian und General Kleist führten geradezu lehrbuchhaft den modernen Bewegungskrieg vor. Nach den deutschen Erfolgen wollte sich auch der Achsenpartner Italien einen Anteil an Frankreich sichern und so beschloss Mussolini am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten.


Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.


Im Angesicht dieser Niederlagen beschloss Ministerpräsident Henri Philippe Pétain Verhandlungen über einen Waffenstillstand zu beginnen. Am 21. Juni mussten die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne die demütigenden Waffenstillstandsbedingungen unterschreiben. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli den Hafen von Mers-el-Kebir unter Beschuss. Dies forderte das Leben von 1.297 französischen Marinesoldaten und führte zu einem tiefen Misstrauen der französischen Regierung gegenüber ihren britischen Verbündeten.


Nur 6 Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von über 135.000 alliierten und knapp 28.000 deutschen Soldaten.


Der Balkankrieg

Mussolinis Großmachtambitionen waren 1940 auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober griffen italienische Verbände von der italienischen Kolonie Albanien aus Griechenland an. Italien hatte zuvor versucht Bulgarien als Verbündeten zu gewinnen, was jedoch wegen der ablehnenden Haltung von König Boris III. misslang.


Hitler war über den Angriff nicht unterrichtet. Auch hatte er Operationen in dem Gebiet gar nicht geplant, da es vermutlich seine Absicht war, mit Italien die Invasion Englands vorzubereiten (Unternehmen Seelöwe). Dass Hitler tatsächlich eine Invasion Englands im Sinn hatte, ist jedoch sehr umstritten.


Das Ziel des Duce war es, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten die Italiener endgültig in die Defensive, so dass sie sogar bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erließ Hitler am 13. Dezember mit dem Unternehmen Marita Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan.


1941

Jugoslawien und Griechenland

Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete man Jugoslawien den Vorschlag, dem Dreimächtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da sie die italienischen Soldaten an jeder Front zum Rückzug zwingen konnten. Eine italienische Großoffensive am 9. März geriet zum Desaster.


Am 27. März trat Jugoslawien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Die Folge waren Demonstrationen und ein Putsch gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, worauf der Beitritt wieder rückgängig gemacht wurde.


Nun war der Balkanfeldzug nicht mehr aufzuhalten. Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffen der Achsenmächte begannen Belgrad mit schweren Bombardements in Schutt und Asche zu legen. Der weitere Vormarsch erfolgte wie im Manöver. Bereits am 10. April war die kroatische Hauptstadt Zagreb besetzt. Belgrad fiel zwei Tage später unter dem Druck deutscher Panzerverbände. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber schließlich die bedingungslose Kapitulation. In der Folgezeit kämpften Serben, die kommunistischen Partisanen und die königstreuen Tschetniks gegen die deutschen Besatzer, während die Kroaten zumeist auf deutscher Seite standen, da sie sich bisher von Serben unterdrückt fühlten.Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Die in Bulgarien stationierte 12. Armee unter Generalfeldmarschall Wilhelm List überschritt die Grenze in Richtung Saloniki. Anders als in Jugoslawien, war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgsanlangen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxa-Linie stießen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurden die griechischen Heere in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxa-Linie stärker bedrängt. Die griechischen Verstärkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren. Die Briten, welche ebenfalls in Griechenland stationiert waren, bauten unterdessen eine Verteidigung am Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April überrannt, worauf die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht schließlich in Athen ein.


Schlacht um Kreta

Am 25. April entschlossen sich die Führer der Achsenmächte zu einer Luftlande-Invasion der Insel Kreta (Unternehmen Merkur).


Die Operation war durch zahlreiche Probleme behindert worden. Es existierten weder genügend Transportmittel um die Soldaten zu den Startbahnen der Flugzeuge zu bringen, noch war ausreichend Treibstoff vorhanden. So war man gezwungen, den eigentlichen Angriffstermin um 2 Tage auf den 20. Mai zu verschieben.


Am Invasionstag brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten über Kreta. Die erste Welle konnte ohne große Schwierigkeiten abgesetzt werden, stieß dann aber auf erbitterten Widerstand am Boden. Manche Einheiten wurden sogar fast vollständig aufgerieben.


Die geplante Eroberung wichtiger Flugplätze konnte nicht erreicht werden. Außerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da die Funkgeräte bei den Landungen zerstört wurden.


Die Alliierten, darunter auch Neuseeländer und Australier, verteidigten Kreta eine Woche lang, bis sie sich dann mit 17.000 Mann absetzten. Die Deutschen hatten fast 2.500 Tote und genau so viele Verwundete zu beklagen. Aufgrund dieser hohen Verluste beschloss Hitler, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzuführen.


Nordafrika

Ähnlich wie auf dem europäischen Kriegsschauplatz hatten die Italiener in Nordafrika schwere Rückschläge gegen die Briten hinnehmen müssen. Eine italienische Offensive zum Ende des Jahres 1940 führte zur Vernichtung der eigenen Verbände in Libyen.


Der deutsche General Erwin Rommel bekam deshalb im Februar 1941 den Befehl, mit schwachen Verbänden den erfolglosen Bündnispartner bei seiner Verteidigung zu unterstützen. Rommels Aufgabe war es, einige Panzerverbände in Tripolis zu sammeln, um mit diesen dann die italienische Verteidigung gegen eine geplante britische Offensive zu festigen. Die Italiener waren jedoch moralisch angeschlagen, und ihre Verteidigungsstellungen waren nur lückenhaft gut ausgebaut.


Rommel hielt eine defensive Haltung für unangebracht, stattdessen wollte er angreifen. Der italienische General Gariboldi war nicht dieser Ansicht, doch Rommels Ziel war es anzugreifen und nicht abzuwarten.


Am 31. März begann Rommel den Vormarsch auf eigene Faust. Sein Hauptvorstoß richtete sich auf Mersa Brega, um somit das Tor zur Cyrenaika aufzustoßen. Die Offensive führte zum Erfolg, so dass bald auch Bengasi besetzt werden konnten. Die italienische Generalität war überrascht und die Briten geschockt. Mit einem solchen blitzartigen Vorstoß hatte niemand gerechnet.


Am 10. April standen deutsche Panzer vor der ostlybischen Hafenstadt und Festung Tobruk, die kurz zuvor noch von den Italienern ausgebaut und dann beinahe kampflos geräumt worden war. Bis zum 13. April unternahm Rommel drei Angriffe auf die Festung, die jedoch alle fehlschlugen. Rommel musste vorerst die Eroberung Tobruks zurück stellen. Auch weitere Vorstöße konnten auf Grund von Versorgungsengpässen nicht durchgeführt werden, so dass beide Seiten in einen Stellungskrieg übergingen.


Im November griffen die Briten dann wieder an. Ihr Ziel war ein Entsatzversuch für die Festung Tobruk, der jedoch misslang. Am 26. November erfolgte ein zweiter Angriff, wobei der Besatzung von Tobruk nun endlich der Ausbruch aus dem Belagerungsring gelang. Am 7. Dezember zog sich das Afrika-Korps zur Gazala-Linie zurück.


Unternehmen Rheinübung

Um den Druck auf die Nachschubtransporte zu den britischen Inseln zu erhöhen und um den U-Boot-Krieg zu unterstützen, lief im Mai 1941 ein Geschwader aus Gotenhafen mit Ziel Atlantik aus. Es bestand aus dem neuen Schlachtschiff Bismarck, dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen und einigen Zerstörern. Die Aktion bekam den Decknamen Rheinübung.


Die britische Führung erhielt von der sich anbahnenden Gefahr erst Kenntnis, nachdem die Großkampfschiffe in einem norwegischen Fjord von Flugzeugen ausgemacht wurden. Es konnte nicht verhindert werden, dass die Bismarck und Prinz Eugen Kurs Nordwest nahmen. Der an Bord des Flaggschiffes Bismarck befindliche Flottenchef Admiral Günther Lütjens gedachte, über die Dänemarkstraße nach dem Atlantik auszubrechen.


Die britische Home Fleet antwortete mit einem Geschwader aus dem alten Schlachtkreuzer Hood, dem Schlachtschiff Prince of Wales und zwei Leichten Kreuzern. In der Dänemarkstraße kam es am 24. Mai zur Schlacht, in der die Hood nach kurzer Zeit vernichtet und die Prince of Wales schwer beschädigt wurde. Da aber auch die deutschen Schiffe Beschädigungen aufwiesen, wollte Lütjens nach Brest zurückkehren und die Aktion abbrechen.


Nachdem durch aufgefangene Funksprüche klar war, dass die deutschen Schiffe einer eiligst zusammengetrommelten feindlichen Übermacht nicht entkommen konnten und die Bismarck obendrein durch einen Torpedotreffer manövrierunfähig geworden war, entließ Lütjens die Prinz Eugen. Am 27. Mai 1941 fand die Entscheidungsschlacht statt, und die Bismarck ging mit den meisten der 2092 Mann an Bord unter, darunter auch Lütjens und der Kommandant, Kapitän zur See Lindemann. Nur 115 Mann wurden gerettet. Neuere Forschungen haben allerdings erwiesen, dass die britische Marine nicht in der Lage gewesen war, die Bismarck durch Schiffsartillerie zu versenken, sondern diese durch deutsche Marinesoldaten versenkt wurde.


Unternehmen Barbarossa

Der Balkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt für einen Überfall auf die Sowjetunion um 4 Wochen verschoben. Der Angriff fand nun erst am 22. Juni 1941 statt. Diese Verzögerung und ein ungewöhnlich früh einsetzender Winter führten dazu, dass der Vormarsch nicht wie geplant ablaufen konnte und das operative Ziel, das Erreichen der Linie Archangelsk-Astrachan, nicht erreicht wurde. Obwohl man auf deutscher Seite errechnete, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie ermöglicht werden könnte, die entlang Pskow, Kiew und der Krim verlief, verlangte Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenen Feldzuges. Durch die rücksichtslose Requirierung von Nahrungsmitteln und kriegswichtigem Material in den von der Wehrmacht zu erobernden Gebieten sollte das erwartete Versorgungsproblem gelöst werden. Zudem kalkulierte die Wehrmacht den Hungertod zahlreicher sowjetischer Gefangener fest ein. Tatsächlich sollten von über 3 Millionen Soldaten der Roten Armee, die bis Ende 1941 in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten, weniger als 100.000 den Krieg überleben. Hier sind jedoch die mindestens eine Million Kriegsgefangene zu berücksichtigen, die nach ihrer Gefangennahme auf deutscher Seite kämpften. Nach ursprünglicher Planung hätte der Feldzug bis zum Wintereinbruch beendet sein sollen und es sollten nur etwa 50-60 Besatzungsdivisionen im Land bleiben. Nur für diese Divisionen war Winterkleidung vorhanden.


Für den Überfall standen drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd) bereit. Die nördlichen Verbände sollten die baltischen Staaten erobern und dann nach Leningrad vorstoßen. Auf der Heeresgruppe Mitte lag die Hauptlast. Sie sollte nach Moskau vorrücken und war entsprechend stark gerüstet. Die südliche Kräftegruppe sollte die Ukraine erobern.


Ebenfalls an dem Feldzug beteiligt waren italienische, finnische, rumänische und ungarische Verbände. Selbst die Slowakei stellte zwei schwache Infanterie-Divisionen sowie eine motorisierte Brigade. Im Laufe des Sommers kam noch eine spanische Freiwilligendivision, die sog. Blaue Division zur Heeresgruppe Nord und ein französisches Infanterieregiment zur Heeresgruppe Mitte. Insgesamt ergab sich damit eine Gesamtstärke zum 10. September 1942 von 648.000 Mann.


Auch vom besetzten Norwegen aus wurden Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen. Sie zielten insbesondere auf Murmansk und die dortige Eisenbahnverbindung, die Murman-Bahn, über die britische- und US-amerikanische Hilfslieferungen auf Schiffen nach Moskau gelangten.


Mehrere Unternehmen in Richtung Murmansk (Operation Silberfuchs, Platinfuchs) und auf die Murman-Bahn (Operation Polarfuchs) blieben erfolglos. Dies lag zum einen an den extremen klimatischen Verhältnissen sowie dem wegelosen Tundren-Gelände, zum anderen an den nur schwachen deutschen Kräften.


In den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 begann der Vormarsch von 149 Divisionen (darunter alle motorisierten und gepanzerten deutschen Kräfte) über die sowjetische Grenze.


3½ Divisionen kämpften von Finnland aus. 8 Divisionen waren in Norwegen stationiert, 1 Division stand in Dänemark, 38 verblieben im Westen. 2 Divisionen kämpften in Nordafrika und 7 Divisionen standen im Balkan.


Trotz vieler Hinweise war die untere und mittlere Führung der Sowjetunion nicht auf einen Angriff eingestellt. Viele der russischen Soldaten an der Grenze ergaben sich ohne Widerstand, während die motorisierten deutschen Truppen zunächst zügig vormarschieren konnten. In letzter Zeit findet die bereits von den Ideologen des 3. Reichs ausgestreute Präventivschlagthese, wonach die Rote Armee kurz von einem Überfall auf Deutschland stand, auch unter Historikern Gehör. Nach dieser These ist der unerwartet schwache Widerstand bei den Grenzkämpfen der ersten Tage und Wochen damit zu erklären, dass auf sowjetischer Seite die Rote Armee gefechtsmäßig für einen Angriff gegen das Reich gegliedert war. Truppen in einer Defensiv-Aufstellung sind völlig anders gegliedert und wären nicht so leicht zu zerschlagen gewesen. Selbst wenn dies zuträfe, war es der deutschen Führung nicht bekannt. Die Lagebeurteilungen der Generalstabsabteilung 'Fremde Heere Ost' hatte noch am 13. Juni keine Hinweise für sowjetische Offensivpläne feststellen können. Zudem waren Hitlers Kriegspläne bereits in den 20er Jahren in 'Mein Kampf' und seinen Reden angekündigt worden.


Erst am 29. Juni fasste sich die sowjetische Führung und rief den Großen Vaterländischen Krieg aus. Kurz zuvor waren bereits Minsk und Bialystok eingeschlossen und wenig später besetzt worden.


Am 26. September fand die Schlacht von Kiew ihr Ende. 665.212 Gefangene mit entsprechender Beute wurden gezählt. Es war im Gesamteindruck eine Niederlage von einmaligem Umfang: Die Truppen der sowjetischen Südwestfront mit 4 Armeen sowie starke Teile von zwei weiteren Armeen waren vernichtet. Der Zusammenhang der sowjetischen Front war in einer Breite von über 400 km aufgerissen. Der Sieg schuf die erwarteten Voraussetzungen für die Fortführung der Operationen der an ihm beteiligten Heeresgruppen Süd und Mitte, so konnte die ukrainische Hauptstadt besetzt werden.


Auf der Krim erzielte Geländegewinne waren nur vorübergehend, wobei von deutschen Truppen zurückgelassene Schwerverwundete umgebracht wurden.


In Deutschland wuchs inzwischen die Euphorie. Über 660.000 Gefangene wurden in der Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk gemacht. Eine völlig neue Methode bei diesen Umfassungsschlachten - moderne Cannaes - bestand darin, dass die Umfassungskräfte aus zwei Ringen zusammengesetzt waren. Den inneren Ring bildeten die Infanteriedivisionen, den äußeren die Panzerkräfte. Aufgrund dieser gewaltigen Erfolge meldet das Oberkommando der Wehrmacht (kurz: OKW) schon im Oktober, dass die Entscheidungsschlacht bevorstünde. Auch die deutsche Bevölkerung glaubte, dass die Soldaten noch vor dem Winter zu Hause sein könnten. Doch schon im selben Monat begann es zu schneien und zu regnen. Daraufhin blieb die Offensive im Schlamm stecken und nur noch wenige Gebietsgewinne waren zu verzeichnen.


Am 16. Oktober evakuierte man verschiedene Regierungsstellen aus Moskau. Einzig Stalin beschloss noch in der Stadt zu bleiben. Am 20. Oktober wurde die Doppelschlacht von Wjasma und Brjansk zum Ende geführt und die Wehrmacht konnte zeitverzögert den Vormarsch in Richtung Moskau fortsetzen. Mitte November setzte der Frost ein, was dazu führte, dass die Wege einfroren und somit wieder befahrbar waren.


Der Angriff auf Moskau blieb wegen der sich versteifenden sowjetischen Gegenwehr stecken. Am 5. Dezember setzte eine sowjetische Gegenoffensive mit frischen Einheiten aus Sibirien unter General Schukow ein, wodurch an eine Einnahme der Hauptstadt nicht mehr zu denken war.


Die Rote Armee hatte sich neu organisiert. Die Kriegsproduktion wurde, unerreichbar für die deutsche Luftwaffe, hinter den Ural verlegt. Neue Soldaten kamen nun aus den fernen Ländern des sowjetischen Reiches, und der neue Panzer T-34 wurde in weitaus größeren Mengen produziert als die deutschen Panzermodelle.


Während der Kämpfe vor Moskau wurde hier dringendst benötigtes Material und Panzer im Reichsgebiet zurück gehalten. Nach Hitlers Vorstellung sollten acht schnelle Divisionen im Westen « tropeneinsatzfähig» gemacht werden. Es bestand die Absicht über den Kaukasus in den Nahen Osten auszugreifen. Im Hochgefühl der deutschen Siege war ursprünglich von einer «Expeditionsarmee» im Umfang von etwa 30 motorisierten- und Panzerdivisionen ausgegangen.


Am 16. Dezember gab Hitler den Befehl zum Halten. Er verbot jegliche Rückwärtsbewegung, da er befürchtete, dass die gesamte Front auseinander fallen könnte. Bis zum Ende des Jahres wurde die Wehrmacht jedoch weiter zurückgedrängt. Damit hatten sie die erste große Schlacht im Osten verloren und man spricht in der Forschung heute von der Kriegswende vor Moskau.


Die Beweglichkeit der Truppe und ihre Versorgung mit Nachschubgütern aller Art sanken durch die erheblichen Verluste/Ausfälle an Kraftfahrzeugen sowie an Zugmaschinen und Pferden weiter ab und überstiegen die Zuweisungsmöglichkeiten deutlich. Bis Ende 1941 wurden über 400.000 Soldaten der Wehrmacht und deren Verbündeten im Rahmen des Russlandfeldzugs getötet oder verwundet.


Die ausschließlich operationsgeschichtliche Darstellung des Russlandfeldzuges engt die Wahrnehmung ein und erfordert daher zumindest in Teilbereichen die Berücksichtigung und Beschreibung der Wirtschaft und personellen Ressourcen des Reiches. Bereits 1939 verhinderte die unvollkommene personelle und materielle Ausstattung die einheitliche Gliederung der Infanteriedivisionen. Von Anfang an gab es ein starkes qualitatives Gefälle unter den Verbänden des Feldheeres, wobei hiermit materielle Ausstattungsmängel ebenso gemeint sind wie fehlende oder zu alte Reservisten. In den bisherigen Blitzkriegen wirkte sich dieses Manko kaum aus. In einem länger werdenden Krieg musste es sich negativ auswirken.

Nur die weitgehende Motorisierung hatte die Wehrmacht mit einigen Eliteverbänden zu weiträumigen Angriffsoperationen befähigt und die Überlegenheit in der Führungskunst zur Geltung gebracht. In der Leistungsfähigkeit seiner Kraftfahrzeugindustrie lag das Reich im Vergleich an 15. Stelle. Lediglich bei Motorrädern besetzte Deutschland einen einsamen Spitzenplatz. Folgerichtig waren Kradschützen-Einheiten aufgebaut worden, die den Begriff der Schnellen Truppen mitprägten und eben die schnellste und beweglichste Waffengattung des Heeres war. Diese waren jedoch in den Staub-, Schlamm- und Schneewüsten Russlands verschlissen worden und mussten aufgelöst werden. Die Nachfolge trat bald darauf der VW-Kübelwagen an.


Der Partisanenkrieg

Pazifik

Das japanische Kaiserreich hatte sich entschlossen, nicht in den Krieg gegen die Sowjetunion einzutreten. Stattdessen richteten die Japaner ihre imperialistische Aggression auf den Pazifik aus. Hitler war das ganz recht. Somit konnten die USA aus dem Krieg in Europa fern gehalten werden.


Am 28. Juli besetzte Japan einen Teil Indochinas, der vom französischen Vichy-Regime abgetreten wurde. Damit geriet Japan in eine bessere Ausgangslage im Krieg gegen China. Außerdem entstand die Idee, einen Krieg gegen die USA und Großbritannien zu beginnen. Diese hatten nämlich zuvor wichtige Ressourcenlieferungen in den pazifischen Raum verboten, um Japan zu schwächen.


Am Morgen des 7. Dezember 1941 griffen 353 japanische Trägerflugzeuge den Hafen der US-Pazifikflotte in Pearl Harbor an. Pearl Harbor hatte aufgrund der großen Entfernung zu Japan bis dahin als unangreifbar gegolten. Die japanische Streitmacht konnte fast ohne Verluste 5 Schlachtschiffe versenken, 3 weitere beschädigen und mit etwa 480 so gut wie alle Flugzeuge noch am Boden entweder zerstören oder flugunfähig machen. Sie konnte jedoch das wichtigste Ziel, den dort stationierten Flugzeugträger, nicht zerstören, da er kurz vor dem Angiff zu einer Übung ausgelaufen war. Ob dies ein Zufall war, ist bis heute ungeklärt, wie auch die Frage, ob die Flotte wirklich nicht auf den Angriff vorbereitet war, da zumindest einige amerikanische Stellen von den japanischen Vorbereitungen erfahren hatten. Am selben Tag, jedoch nach dem Angriff, erklärte Japan den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg; diese erwiderten die Kriegserklärung einen Tag später.


Japan griff noch im selben Jahr die von den USA besetzten Philippinen an und zwang die amerikanischen Truppen, sich nach Bataan zurückzuziehen.


Am 8. Dezember überfiel Japan Hongkong. Am Tag darauf wurden die britischen Schlachtschiffe Prince of Wales und Repulse versenkt. Die britischen Streitkräfte waren dadurch stark geschwächt, und weitere Unterstützung konnte nicht entsandt werden, da alle Kräfte in Afrika und Europa gebunden waren. Am 26. Dezember kapitulierten die letzten Einheiten in Hongkong.


Siehe auch: Pazifikkrieg, Angriff auf Pearl Harbor, Zerstörung der Force Z


1942

Die Ostfront

Nachdem Hitler im Winter 1941 einen Haltebefehl für alle Kräfte an der Ostfront gegeben hatte, stabilisierte sich die Lage etwas. Die Rote Armee hatte inzwischen gewaltige Kräfte aufgeboten, die der Wehrmacht stellenweise zehnfach überlegen waren, denen aber eine entscheidende Schwächung der Deutschen noch nicht gelang. Die Schlammzeit im Frühjahr 1942 führte zu einer relativen Ruhe an der Front, da sämtliche motorisierten Kräfte stillstanden. Hitler und das OKH kamen nun zu der Einsicht, dass der Gegner noch lange nicht besiegt sei und man begann Pläne für das weitere Vorgehen im Osten zu entwickeln. Der Plan, eine möglichst defensive Haltung einzuschlagen, wurde bald verworfen; einzig und allein eine weitere Offensive würde die Sowjets weiter schwächen können. Aufgrund des langen Frontverlaufes und wegen der bisherigen hohen personellen und materiellen Verluste der Wehrmacht war an eine Großoffensive, die sich über die gesamte Front erstreckte, nicht zu denken. Während im Bereich Mitte und Nord zur Verteidigung übergegangen wurde, sollte mit allen gepanzerten und motorisierten Kräften die Sommeroffensive mit Stoßrichtung in den Kaukasus durchgeführt werden. Besonders die reichen Ölquellen in dem Gebiet standen dabei im Mittelpunkt der deutschen Offensivbemühungen.


In den Frühjahrsschlachten des neuen Jahres konnte am 28. Mai unter enorm hohen Verlusten für die Rote Armee Charkow in einem Vernichtungssieg erobert werden.


Nachdem 1941 die Krim bis auf die Halbinsel Kertsch und das Belagerungsgebiet um Sewastopol in deutscher Hand war, sollte 1942 der restliche Raum als Vorbereitung der Offensive in Richtung Kaukasus in Besitz genommen werden. Vorbedingung war die Rückeroberung der Halbinsel Kertsch. Vom 15. bis 21. Mai fanden die Kämpfe ihr Ende. Die Parpatsch-Stellung war durchbrochen worden und Trümmer der zerschlagenen sowjetischen Verbände retteten sich über die Straße von Kertsch auf die Taman-Halbinsel. Insgesamt 170000 Rotarmisten, etwa 21 Divisionen, gerieten in deutsche Gefangenschaft. Am 2. Juni begann die eigentliche Schlacht auf der Krim um Sewastopol, dessen Verteidiger sich erbittert wehrten und endete am 5. Juli. Hierbei wurde erstmals Dora, das größte Eisenbahngeschütz aller Zeiten mit einem Kaliber von 80 cm eingesetzt. Die Krim hatte knapp neun Monate lang eine ganze Armee gebunden, auf einem zwar nicht nebensächlichen, doch isoliertem Kriegsschauplatz. Propagandistisch wurden mit diesem Sieg sowie der fast gleichzeitigen Einnahme Tobruks in Nordafrika erneut große Hoffnungen in der deutschen Bevölkerung geweckt.


Am 21. Juli überschritten deutsche Kräfte den Don, wodurch die ersten Schritte für den Vormarsch auf Stalingrad eingeleitet wurden. Zwei Tage später konnte Rostow erobert werden. Nach der Teilung der Heeresgruppe Süd in die Heeresgruppen A (Generalfeldmarschall List, ab November unter Generaloberst v. Kleist) und B (Generaloberst Freiherr v.Weichs) begann die Heeresgruppe A am 26. Juli den konzentrischen Vormarsch in Richtung Kaukasus, während die Heeresgruppe B auf die Wegnahme Stalingrads angesetzt wurde. An den Kämpfen im Kaukasus beteiligten sich 20 von den späteren 90 Ostlegionen. Diese Aufstellungen nationaler Minderheiten unter deutschem Kommando waren Ausdruck einer seit dem Winter 1941/42 verstärkten Bemühung, die rein militärische Kriegsführung im Osten mit einer Form politischer Kriegsführung zu verbinden. Der Masseneintritt ehemaliger Rotarmisten in die deutschen Streitkräfte war die Stalin bewusste "Achillessehne" der russischen Wehrkraft und wird in der Geschichtsschreibung des «Großen Vaterländischen Kriegs» bis heute gerne übergangen.


In der Roten Armee häuften sich Anzeichen von Disziplinlosigkeit, ganze Truppenverbände liefen zu den Deutschen über. Beim Vormarsch wurde von stark antibolschewistischer Einstellung russischer Bevölkerungsteile berichtet.


In dieser Krisensituation befahl Stalin «Rückzugsstimmung der Truppe» bedingungslos zu unterbinden. Nun entstanden die berüchtigten Sperrverbände des NKWD. Unmittelbar hinter unzuverlässigen Divisionen sollten sie im Fall eines ungeordneten Rückzugs jeden Flüchtenden erschießen.


Insgesamt liefen die Operationen, was den Raumgewinn im Kaukasus betrifft, innerhalb weniger Wochen ab. Am 4. August wurde Stavropol eingenommen, am 9. August Krasnodar- und der Kuban überschritten. Den rumänischen Verbündeten gelang es die sowjetische Verteidigung an der Ostküste des Asowschen Meeres von Norden her aufzurollen und die Taman-Halbinsel von «rückwärts» her zu öffnen. Maikop fiel am 9. August in deutsche Hand und die Zugänge zur Ossetischen- und Grusinischen Heerstraße wurden in Besitz gebracht. Auch das Elbrus-Massiv selbst wurde genommen, am 21. August wehte auf dem 5633 m hohen Gipfel die Reichskriegsflagge. Ein am 26. August beginnender Angriff auf Tuapse wurde nach zwei Tagen angehalten, dafür wurden am 31. August und am 6. September nach schweren Kämpfen die Hafenstädte Anapa sowie Novorossijsk, wichtigster Stützpunkt der Schwarzmeerflotte, genommen. Im Hochgebirge hatten deutsche Truppen die wichtigsten Passübergänge eingenommen und vorübergehend auf breiter Front nach Süden überschritten -sie standen 20 km vor der Küste des Schwarzen Meeres bei Gudauta. Östlich des Elbrus standen die deutschen und rumänischen Truppen in den Flussabschnitten des Baksan und des Terek bis Naurskaja. Nördlich davon verlor sich die Front an der Kuma, in der Nogajer Steppe und in der Kalmykensteppe.


Am 9. September enthob Hitler Feldmarschall List seines Kommandos als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A. Bis zum 22.November 1942 übernahm er die Führung der Heeresgruppe persönlich und beauftragte dann Generaloberst v. Kleist mit dem Oberbefehl.


Die Offensivbewegungen der Heeresgruppe waren ohnehin bereits zum Abschluss gekommen, als durch die Einkreisung der 6. Armee bei Stalingrad eine ernste Gefahr für die südlich des Don stehenden Truppen heraufzog. Als die sowjetischen Truppen am 27. Dezember die Stalingrader Front durchstießen, mussten die besetzten Gebiete im Kaukasus von der Heressgruppe A aufgegeben werden. Die am 31. Dezember eingeleitete Rückzugsbewegung vollzog sich in drei Etappen, wobei der Kuban-Brückenkopf trotz ständiger Einengung bis zum 9. Oktober 1943 behauptet werden konnte. Beim geordneten Rückzug wurde befehlsgemäß keine «verbrannte Erde» hinterlassen, um der zurückbleibenden Bevölkerung nicht die Lebensgrundlage zu entziehen.


Stalingrad

Am 23. August 1942 begannen etwa tausend Flugzeuge Brandbomben auf Stalingrad zu werfen. Am selben Tag konnten deutsche Panzer zum ersten mal in die Außenbezirke von Stalingrad eindringen. In erbitterten Einzelkämpfen in den Häusern und Straßen der Stadt kamen die Deutschen nur unter hohen Opfern voran. Schließlich beherrschte die Wehrmacht zwar etwa 90% der Stadt, die zum Trümmerhaufen geworden war, die vollständige Inbesitznahme misslang jedoch.


Am 19. November begann die Gegenoffensive der Roten Armee, wobei die rumänischen Linien im Süden durchbrochen werden konnten. Die Rote Armee setzte bei dieser als "Operation Uranus" bezeichneten Offensive über 1 Million Soldaten, 13.000 Geschütze und 900 Panzer ein. Wenige Zeit später vereinten sich diese Truppen in Kalatsch mit sowjetischen Verbänden, die vom Norden her die deutschen Stellungen durchbrachen. Damit war die 6. Armee eingekesselt. Die von Göring versprochene Luftversorgung war völlig unzureichend und führte recht bald zur Unbeweglichkeit der Verbände und zur völligen Entkräftung der Soldaten. Selbst ein Entsatzangriff der Armeegruppe Hoth, der bis zu 60 Kilometer an die Stadt heranführte, scheiterte. General Paulus fühlte sich an den Halte-Befehl Hitlers gebunden und konnte sich nicht dazu durchringen, den Befehl zum Ausbruch zu geben (siehe Schlacht um Stalingrad).


Nordafrika

Nachdem Tobruk augenscheinlich vor einer Eroberung des Afrika-Korps gefeit war, griff Rommel im Januar wieder an. Die Achsenmächte hatten ihre alte Stärke wiedererlangt, da die britische Insel Malta stark bombardiert wurde und somit der Nachschub ohne größere Schwierigkeiten erfolgen konnte.


Am 26. Mai begann Rommel die Offensive Theseus mit dem Ziel, Tobruk zu erobern. Nach schweren Panzergefechten gelang es den Achsenmächten, Bir Hacheim am 10. Juni einzunehmen, um dann den Vormarsch auf Tobruk einzuleiten. Rommel umging die britischen Stellungen südlich der Festung und griff dann mit einer Überraschungsoffensive an. Begleitet wurde der Vorstoß von Stuka-Kampfbombern, welche die feindlichen Linien sturmreif schossen und die britischen Kommunikationswege lahm legten. In der nachfolgenden Verwirrung konnten Rommels Panzer in die Stadt eindringen und sie am 20. Juni besetzen. Rommel wurde daraufhin zum Feldmarschall befördert.


Der weitere Vormarsch sollte nun durch Ägypten erfolgen. Die Stadt Alexandria sollte fallen und der Suezkanal besetzt werden. Kurz vor El Alamein hatten die Briten einen 65 Kilometer langen Verteidigungsgürtel aufgebaut. Im Süden der Linie lag die Katara-Senke, die nicht umgangen werden konnte. Die Offensive blieb stecken. Es kam sogar noch schlimmer, als der neue britische Befehlshaber Bernard Montgomery am 23. Oktober zum Gegenangriff startete. Alle Befehle Hitlers zum Halten der Stellungen waren umsonst. Das Afrika-Korps war zahlenmäßig unterlegen und musste den Rückzug antreten.


Die Lage wurde vollends hoffnungslos, als am 8. November amerikanische Truppen in Casablanca und Algier landeten und somit den Zwei-Fronten-Krieg einleiteten. Am 13. November fiel Tobruk wieder in britische Hand.


Pazifik

Am 9.April kapitulierten die amerikanischen Truppen in Bataan. Corregidor, die letzte Bastion der USA auf den Philippinen, fiel am 6. Mai. Etwa zur gleichen Zeit kam es zur Schlacht im Korallenmeer, der ersten großen Seeschlacht zwischen japanischen und amerikanischen Trägerverbänden, bei der beide Seiten je einen Flugzeugträger verloren.


Anfang Juni führte die japanische Flotte zeitlich parallel einen Großangriff auf die Midway-Inseln und eine kleinere Operation gegen Attu durch. Wegen schwerer Schäden, die sie in der Korallensee erlitten hatten, konnten 2 Flugzeugträger der japanischen Flotte nicht eingesetzt werden; dennoch standen Vizeadmiral Chuichi Nagumo für den Angriff auf Midway 4 große Flugzeugträger zur Verfügung. Die amerikanische Flotte konnte zwar nur 3 Flugzeugträger aufbieten, besaß jedoch einen taktischen Vorteil, da sie den japanischen Funkcode entschlüsselt hatte. Am 4. , 6. und 7. Juni fanden die entscheidenden Gefechte statt, bei denen ein amerikanischer und alle vier eingesetzten japanischen Flugzeugträger versenkt wurden. Die japanischen Verluste beliefen sich auf 3.500 Mann, die US-Navy hatte 307 Tote zu beklagen. Auf Grund der schweren Verluste musste sich die japanische Marine zunächst zurückziehen.


Die Schlacht von Guadalcanal, die am 7. August begann und bis ins nächste Jahr andauerte, markierte einen weiteren Wendepunkt zugunsten der Amerikaner.


1943

Die Ostfront

Am 10. Januar griffen 7 sowjetische Armeen in einer groß angelegten Gegenoffensive die deutschen Truppen im Kessel von Stalingrad an. Als Folge der Offensive verlor die 6. Armee ihre wichtigen Flugplätze Pitomnik und Bassargino. Am 22. Januar gab Hitler den ausdrücklichen Befehl, die letzten Stellungen in Stalingrad zu halten. Die 6. Armee war inzwischen in zwei Kessel gespalten worden, viele Landser litten an Erfrierungen und der Nachschub war praktisch nicht vorhanden. Am 2. Februar blieb den Befehlshabern nur noch die Möglichkeit der Kapitulation, worauf knapp 100.000 Soldaten in Gefangenschaft gerieten. Die Schlacht um Stalingrad markierte einen psychologischen Wendepunkt im Krieg. Ab diesem Zeitpunkt war der Glauben an den 'Endsieg' in der deutschen Bevölkerung kaum noch vorhanden.


Die Stärke der nicht-deutschen Truppen betrug Anfang 1943 rund 176 Verbände mit rund 150 000 Mann. Hinzugekommen waren Anfang 1943 noch zwei Infanteriedivisionen.


Auf dem Südflügel entwickelte sich im Raum Charkow-Belgorod die Lage sehr kritisch. Am 9. Februar musste die Gebietshauptstadt Belgorod geräumt werden.


Am Morgen des 16. Februar musste die Stadt Charkow aufgegeben werden, um der drohenden Einkesselung zu entgehen - die spektakulärste Niederlage in den Wochen nach Stalingrad. Am 21. Februar begann die deutsche Gegenoffensive. Manstein verfügte lediglich über 354 Panzer, wobei ihm etwa 1800 sowjetische Panzer gegenüberstanden. Bis zum 5. März wurde das Gebiet bis zum mittleren Donec zurückerobert. Es wurden erhebliche Geländegewinne erzielt, einem völlig irritierten Gegner hohe Verluste beigebracht und wieder eine geschlossene Front hergestellt, wodurch der völlige Zusammenbruch der Ostfront im Frühjahr 1943 verhindert wurde. Charkow wurde am 14. März zurückerobert. Eine weitere Offensive im Sommer, die Operation Zitadelle, sollte den Frontbalkon bei Kursk ausräumen, musste jedoch auf dem Höhepunkt der Schlacht wegen der Landung der Alliierten auf Sizilien abgebrochen werden. Die Rote Armee konnte die Offensive unter hohen Verlusten zum Stehen bringen (Panzerschlacht bei Kursk, genauer: Prochorovka).


Nach mehreren sowjetischen Gegenoffensiven in den folgenden Monaten musste die Wehrmacht an der ganzen Front den Rückzug antreten, wobei auch die Halbinsel Krim geräumt werden musste. Bis zum Ende des Jahres war Kiew wieder in der Hand der Sowjets, Deutschland gingen die Verbündeten verloren und in Italien errichteten die Alliierten eine zweite Front.


Afrika und Italien

1943 blieb Rommel nur noch der Rückzug. Ein wesentlicher Faktor der deutschen Kämpfe in Nordafrika war immer der Nachschub, den Rommel vergeblich forderte. Erst als alles zu spät war, trafen Truppen und Kriegsmaterial in Tunis ein, wo sie aber nun den Alliierten in die Hände fielen. Allerdings lag das grundsätzliche Problem eher in der quantitativen Schwäche der Achsentruppen.


Am 23. Januar besetzten die Briten Tripolis. Im März und April wurden die Achsenmächte schließlich eingeschlossen. Lediglich an der Mareth-Linie wurde noch erbitterter Widerstand geleistet. Am 7. März flog Rommel nach Deutschland, um mit Hitler über ein Ende der Kampfhandlugen zu sprechen. Hitler jedoch blieb starrköpfig und verweigerte dem Afrika-Korps den Rückzug auf das europäische Festland. Am 13. Mai mussten die Achsenmächte in Nordafrika kapitulieren.


Am 10. Juli landeten die Alliierten in Sizilien, worauf der Große Faschistische Rat Mussolini Versagen vorwarf. Der Duce wurde daraufhin auf Befehl des italienischen Königs verhaftet. Als neuer Ministerpräsident wurde Pietro Badoglio eingesetzt.


Am 22. Juli konnte die sizilianische Hauptstadt Palermo von den Alliierten besetzt werden. Am 3. September landeten zwei britische Divisionen bei nur minimalem Widerstand der Verteidiger auf dem italienischen Festland. Fünf Tage nach der Landung schloss die neue italienische Regierung einen Waffenstillstand mit den Alliierten, worauf der Fall Achse eingeleitet wurde, in dem die Deutschen alle italienischen Verbände entwaffneten und zugleich Rom besetzten. Am 12. September gelang es einigen deutschen Fallschirmjägern, Mussolini aus seiner Gefangenschaft im Hotel Campo Imperatore zu befreien. Mussolini wurde nach Ostpreußen gebracht, um wenig später eine Marionetten-Regierung in Norditalien leiten zu können. Nachdem sich die auf der griechischen Insel Kephalonia stationierten italienischen Soldaten ihrer Entwaffnung widersetzten, wurden zwischen dem 18. und dem 23. September ca. 5.000 Italiener gefangen genommen und von deutschen Gebirgsjägertruppen erschossen.


Am 13. Oktober erklärte die Badoglio-Regierung dem Deutschen Reich den Krieg.


An der Seite der offiziellen italienischen Verbände operierte eine kampfstarke Partisanenarmee von 256.000 Frauen und Männern, die 1944 mit ihren Kampfhandlungen zehn Wehrmachtsdivisionen band.


Der Vormarsch der Alliierten erfolgte nur sehr langsam. Die