Zweig wurde in Wien als Sohn des wohlhabenden Textilunternehmers Moritz Zweig geboren. Die Familie Zweig war nicht religiös, Zweig selbst bezeichnete sich später als "Juden aus Zufall". Stefan Zweig studierte nach der Matura1899 in WienGermanistik und Romanistik. Seine Dissertation zum Dr. phil. 1904 behandelte das Thema "Die Ursprünge des zeitgenössischen Frankreich".
Bereits während seines Studiums veröffentlichte er Gedichte (Silberne Saiten - 1901), die den Einfluss von Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke zeigen. 1904 erschienen seine ersten Novellen - die Literaturgattung, in der er seinen größten Ruhm erlangen sollte. Er entwickelte eine markante Schreibweise, die behutsame psychologische Deutung mit fesselnder Erzählkraft und brillanter Stilistik verband. Neben eigenen Erzählungen und Essays arbeitete Zweig auch als Übersetzer der Werke von Verlaine, Baudelaire und insbesondere Verhaeren und als Journalist.
Zweig pflegte einen großbürgerlichen Lebensstil und reiste viel. 1910 besuchte er Indien, und 1912Amerika.
Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig und wurde im Kriegspressedienst eingesetzt. Der Kriegsverlauf machte Zweig immer mehr zum Kriegsgegner, auch unter dem Einfluss seines Freundes, des französischenPazifistenRomain Rolland. 1917 wurde Zweig vom Militärdienst erst beurlaubt, später ganz entlassen. Er zog nach Zürich, in die neutraleSchweiz und arbeitete dort als Korrespondent für die Wiener Neue Freie Presse.
Nach Kriegsende kehrte Zweig nach Österreich zurück, er lebte in Salzburg im Paschinger-Schlössl am Kapuzinerberg und heiratete 1919 Friderike von Winternitz. Als engagierter Intellektueller trat Stefan Zweig vehement gegen Nationalismus und Revanchismus ein und warb für die Idee eines geistig geeinten Europas. Er schrieb viel während dieser Zeit: Erzählungen, Dramen, Novellen. Die historischen Momentaufnahmen "Sternstunden der Menschheit" von 1927 zählen bis heute zu seinen erfolgreichsten Büchern.
1928 reiste Stefan Zweig in die Sowjetunion, wo seine Bücher auf Betreiben von Maxim Gorki auch auf russisch erschienen.
Als die Nationalsozialisten im Jahre 1933 in Deutschland die Macht ergriffen, orientierte sich Zweig zusehends nach London. Seine Bücher durften nicht mehr im Frankfurter Insel-Verlag erscheinen, sondern wurden in Wien verlegt. Dennoch rissen die Kontakte nach Deutschland nicht ab, und 1935 verfasste Zweig das Libretto für die Oper "Die schweigsame Frau" von Richard Strauss. Im selben Jahr unternahm er auch eine Reise nach Südamerika.
1936 wurden Zweigs Bücher in Deutschland von den Nazis verboten. Seine erste Ehe wurde geschieden. Als 1938 auch Österreich unter die Herrschaft der Nazis fiel, siedelte Zweig ganz nach England über. Ein zweites Mal heiratete er, diesmal Charlotte Altmann.
1941 erschien seine Schachnovelle und die Autobiographie unter dem Titel "Die Welt von Gestern". Gemeinsam mit seiner zweiten Frau wählte er die Selbsttötung "aus freiem Willen und mit klaren Sinnen" aus Schwermut über die Zerstörung seiner "geistigen Heimat Europa".
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