Zweifel (gt. tweifls u. althochdeutsch zwival) stammt von der Kompositionsform twi von Zwei und dem Suffixfalt, dass etymologisch mit dem heutigen Wort Falte gleichzusetzen ist. Nimmt man das so entstandene Wort wörtlich, so bedeutet es zwei-fältig, was heute keinen erkennbaren Sinn ergeben würde. Im übertragenen Sinne kann man jedoch aus einem zweimal gefaltenen Etwas mit etwas Fantasie auf die Bedeutung gespalten gelangen.
Wenn man etwa in seiner Meinung gespalten ist, dann ist man unsicher, man weiß etwas nicht genau oder man glaubt etwas nicht - man zweifelt eben!
In der voraufklärerischen Werteordnung galten Zweifel als ein Übel, dem schnell abzuhelfen sei und das, als Dauerzustand, einen Menschen zerstöre. Seit der Aufklärung wurde der Zweifel mehr und mehr aufgewertet und gilt seither als Voraussetzung allen Erkenntnisfortschritts. Erkenntnistheoretiker weisen allerdings darauf hin, dass die Bedingung der Möglichkeit von Zweifel der Glaube an (eine) Wahrheit ist.
Die definitive Negation einer Glaubensüberzeugung (z.B. Atheismus) fällt nicht unter den Begriff Zweifel.
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