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Zufriedenheit

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Zufriedenheit ist ein emotionaler Zustand des Menschen, in dem seine Bedürfnisse von ihm als befriedigt angesehen werden.


Das Bedeutungswörterbuch des Duden definiert ebenso trefflich wie kurz und bündig: zufrieden a) innerlich ausgeglichen und nichts anderes verlangend als man hat; b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen o.ä. einverstanden, nichts auszusetzend habend.


Inhaltsverzeichnis


1 Zufriedenheit, Krankheit und Psychotherapieerfolg

2 Probleme bei Erhebungen

3 Materieller Wohlstand und Zufriedenheit

4 Verwandte Themen

5 Literatur (kleine Auswahl)

6 Weblinks (Kleine Auswahl)


Zufriedenheit, Krankheit und Psychotherapieerfolg

Zufrieden sein ist ein wichtiger Zustand des bio-psycho-sozialen Wohlbefindens, der im Allgemeinen für die Gesundheit wichtig ist, ganz sicher aber auch zur Lebensqualität gehört. Zufriedene Menschen bilden im Allgemeinen keine oder kaum Symptome aus. So gesehen kann Zufriedenheit auch als Kriterium für erfolgreiche Psychotherapien herangezogen werden (Erfolgskontrolle, Evaluation, Qualitätssicherung; Sponsel (1984)).


Probleme bei Erhebungen

Das Hauptproblem bei Erhebungen und Umfragen zum Thema Zufriedenheit beruht in der Subjektivität der Definition respektive in der Subjektivität der Empfindung "Zufriedenheit". Deshalb definieren viele Forscher(innen) im Bereich der Kunden- oder der Arbeitszufriedenheit diese der Einfachheit halber als "(Abwesenheit von Unzufriedenheit) + a", wobei die Unzufriedenheit ihrerseits als "Nichterfüllung der gestellten Erwartungen" definiert wird. Gefragt wird nach den Erwartungen des Individuums sowie dem Grad der Erfüllung dieser Erwartungen. Werden die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen, stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein.


Selbstverständlich muss bei Erhebungen zum Thema Zufriedenheit auf die Einhaltung der grundsätzlichen Anforderungen von Wissenschaftlichkeit bei qualitativen oder quantitativen Forschungsmethoden geachtet werden, damit die Ergebnisse aussagekräftig sind. Die meisten solcher Umfragen im Internet oder Zeitsschriften können diesen Anforderungen nicht gerecht werden.


Materieller Wohlstand und Zufriedenheit

Man darf Wohlbefinden und (Lebens-) Zufriedenheit nicht mit materiellem Wohlstand gleichsetzen. Ein gewisser materieller Wohlstand, der über den Reproduktionskosten liegen muss, ist eine meist notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Wohlbefinden und Zufriedenheit. Zu einseitige materielle Orientierung oder gar allzu starkes Streben nach Geld und Besitz kann einer echten inneren Zufriedenheit sogar entgegenstehen. Das wussten schon die Alten:


  • Bereits Plutarch schrieb unter der "Unstillbarkeit des Verlangens": "Wer reich ist, macht sich darum nicht weniger aus dem Reichtum, und wer Überflüssiges besitzt, verliert keineswegs das Bedürfnis nach Überflüssigem. Von welchem Übel also befreit der Reichtum, wenn nicht einmal vom Hang zum - Reichtum? Das ist beim Trinken und Essen anders: Getränk löscht das Begehren nach Getränk, Nahrung stillt das Verlangen nach Nahrung. Den Drang nach Geld aber stillt weder Silber noch Gold, und das Mehrhabenwollen hört mit dem Mehrerwerb nicht auf. Zum Reichtum kann man ja wirklich sagen wie der Patient in der Komödie zu dem Arzt mit dem Wunderrezept: 'Dein Mittel macht nur, dass mein Leiden schlimmer wird'"

  • Elisabeth Frenzel berichtet in "Motive der Weltliteratur" unter dem umfangreichen Eintrag (S. 266-283) zu den Stichworten Goldgier, Geldgier: "Nicht durch Zufall knüpft die griechische Sage an den schon bei HERODOT (5. Jh. v. Chr.) erwähnten Phrygierkönig Midas, also an den Beherrscher eines Lydien benachbarten Gebiets im Goldland Kleinasien, jene durch OVID (Metamorphosen XI, 2/ 8 n. Chr.) bekanntgewordene Erzählung, der König habe, auch durch seinen ungewöhnlichen Reichtum nicht in seiner Goldgier gesättigt, von Dyonisos, der ihm zum Dank für die Bewirtung Silents einen Wunsch freistellte, erbeten, es möge sich alles, was er berühre, in Gold verwandeln. Als jedoch auch das Essen in seinem Munde zu Gold wurde, mußte er den Gott bitten, ihn von der verheerenden Erfüllung seines Wunsches zu befreien. Das harte, kalte Metall, in das sich bei des Habgierigen Berührung alles verwandelt, erscheint wertlos, wenn es sich um die Erfüllung der elementarsten Lebensbedürfnisse handelt, und die Goldgier erweist sich damit als lebensfeindlich." [S. 267f]


Vermutlich gilt für den Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Zufriedenheit auf der einen Seite und materiellem Wohlstand auf der anderen Seite eine nicht lineare, eher umgekehrt kurvenlineare (Gauß'sche 'Glockenkurve') Beziehung, wonach ein mittlerer materieller Wohlstand günstig ist, aber zu viel auch schaden kann (Verwöhnung, Unterforderung, Trägheit, Langeweile, mangelnde Ausbildung von Lebenstüchtigkeiten).


[Bild extern:] Beschreibung


.


Verwandte Themen



Literatur (kleine Auswahl)

  • Duden 10 (1970). Das Bedeutungswörterbuch. Mannheim: BI.
  • Journal of Happiness Studies: http://www.kluweronline.com/issn/1389-4978
  • Sponsel, Rudolf (1984). Lebens- und Selbstzufriedenheit als Psychotherapieerfolgskontrolle. Praktische Systematik psychologischer Behandlungsforschung. Erlangen: IEC.
  • Veenhoven, Ruut (1991). Ist Glück relativ? Uberlegungen zu Glück, Stimmung und Zufriedenheit aus Psychologischer Sicht Report Psychologie, vol. 16, Juli 1991, pp. 14-20. Text hier: http://www2.eur.nl/fsw/research/veenhoven/work-ger.htm
  • Veenhoven, Ruut (1997). Die Lebenszufriedenheit der Bürger: Ein Indicator für die 'Lebbarkeit' von Gesellschaften? in: Noll, H-H. (ed) Sozialberichterstattung in Deutschland. Konzepte, Methoden und Ergebnisse für Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen. Juventa Verlag, München, ISBN_3-7799-0396-2, pp 267-293. Text hier: http://www2.eur.nl/fsw/research/veenhoven/work- ger.htm
  • Veenhoven, Ruut (2002). Die Rückkehr der Ungleichheit in die moderne Gesellschaft? Die Verteilung der Lebenszufriedenheit in den EU-Ländern van 1973 bis 1996. In: Wolfgang Glatzer, Roland Habich & Klarl-Ulrich Maier (Hrgs), 'Socialer Wandel und Gesellschaftliche Dauerbeobachtung. Festschrift für Wolfgang Zapf', Leske+Bundrich, 2002, Opladen, Deutschland, ISBN_3-8100-3368-5, pp. 273-294. Text hier: http://www2.eur.nl/fsw/research/veenhoven/work- ger.htm


Weblinks (Kleine Auswahl)



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