Zügel verbinden das Gebiss im Pferdemaul oder die entsprechenden Teile einer gebisslosen Zäumung mit der Hand des Reiters. Sie entsprechen den Leinen des Kutschers.
Zügel gibt es in allen Variationen, aus unterschiedlichsten Materialien und Farben. Die Unterschiede kommen zum Großteil durch die unterschiedlichen Reitweisen zustande.
Beim klassischen Reiten (z. B. Dressur) sind geschlossene Zügel üblich, dass heißt der rechte und der linke Zügel sind miteinander verbunden. Diese bestehen meistens aus Leinenstoff mit oder ohne Lederverstärkung, sog. Stegen, die das Durchrutschen der Zügel durch die Hand des Reiters verhindern sollen. Aber auch Zügel aus Gummi sind gebräuchlich. Die üblichen Farben sind schwarz und dunkelbraun.
Westernreiten
Beim Westernreiten werden meist offene Zügel (Split Reins) verwendet, dass heißt rechter und linker Zügel sind getrennt, außer bei speziellen (Turnier-)Kategorien, dort finden auch geschlossene Zügel (Romals) meist mit einer Klatsche am Ende, Verwendung. Westernzügel sind oft verziert, mit Rohhaut, Silber oder anderen Materialien. Die Farben reichen normalerweise von weiß (Rohhaut) bis schwarz.
Zunehmend erfreuen sich aber auch Stoffzügel - geflochten oder geknüpft, offen oder geschlossen - größerer Beliebtheit. Diese gibt es in nahezu jeder Farbe.
Einsatz
Klassisches Reiten
In der klassischen Reitweise soll das Pferd am Zügel stehen, dass heißt es soll die Anlehnung am Zügel suchen und auf Hilfen des Reiters sofort reagieren. Man unterscheidet hier drei Arten der Zügelführung:
Der kurze Zügel: Der Zügel wird soweit aufgenommen, dass das Pferd in Anlehnung an den Zügel geht. Der Reiter geht hierbei weich alle Bewegungen des Pferdes mit, ohne es im Maul zu stören. Die Haltung des Pferdes hängt dabei von seinem Ausbildungsstand ab. Das Endziel ist die Versammlung. Während der Arbeitsphasen einer Trainingseinheit soll das Pferd am kurzen Zügel gehen.
Der lange Zügel: Der Zügel wird gerade soweit aufgenommen, dass ein Kontakt zum Pferdemaul hergestellt wird. Diese Form der Zügelführung wird beim Aufwärmen und in kurzen Verschnaufpausen zwischen Arbeitsphasen angewandt.
Der hingegebene Zügel: Der Zügel wird, ohne Kontakt zum Pferdemaul herzustellen, lang gelassen. Diese Zügelführung wird beim Trockenreiten und in den ersten Runden beim Aufwärmen angewandt.
In jeder Bewegung ist der Druck auf das Pferdemaul auf beiden Seiten gleich. Das heißt insbesondere, dass beim Reiten einer Wendung der äußere Zügel genausoviel länger gelassen wird, wie der innere Zügel verkürzt wird. Zum Stehenbleiben werden die Zügel kurz aufgenommen, und sobald erkennbar ist, dass das Pferd auf die Hilfe reagiert, wird der Zügel wieder freigegeben.
Westernreiten
Im Gegensatz zur klassischen Reitweise wird das ausgebildete Westernpferd ständig am langen Zügel geritten. Zum Lenken wird der Zügel nicht aufgenommen, sondern der einhändig geführte Zügel wird an der Seite an den Hals angelegt, der das Pferd weichen soll (neckreining)- es geht also zur anderen Seite. Zum Halten wird der Zügel kurz aufgenommen. Bei einem gut ausgebildeten Westernpferd reicht eine ganz leichter Ruck, der lediglich den Zügel soweit in Bewegung setzt, dass die Bewegung beim Pferd ankommt, ohne dass die Zügel hierbei wirklich aufgenommen werden.
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