Die geernteten Zuckerrüben werden in der Zuckerfabrik zunächst gewaschen, von anhaftenden Steinen gereinigt und anschließend zu "Schnitzeln" zerteilt.
Anschließend wird durch Erhitzen unter Nutzung des Diffusionsprozesses der Rohsaft extrahiert, dieser wird mitells der "Kalk-Kohlensäure-Reinigung" von Nicht-Zuckerstoffen getrennt, gefiltert und durch Verdampfen eingedickt.
Bei der Kristallisation entsteht in den "Kochapparaten" eine Kristallsuspension. Diese wird in speziellen Zentrifugen von der Mutterlauge getrennt, in der Zentrifuge gewaschen und anschließend getrocknet. Nach der Trocknung wird der Zucker in den meisten Fällen in einem klimatisierten Silo bis zum Versand gelagert.
Früher wurde der Zucker direkt nach der Produktion in Säcke verpackt und in Lagerhäusern gelagert. In vielen Fabriken in der dritten Welt geschieht dies auch heute noch auf diese Weise.
Rohzucker stellt eine weniger reine Form des Zuckers dar, der durch die noch vorhandenen Nichtzuckerstoffe braun gefärbt ist.
Als Nebenprodukt entsteht die Melasse mit einem Zuckeranteil von etwa 50 Prozent, aus der kein Zucker mehr kristallisiert werden kann, da keine Übersättigung mehr vorliegt. Die Melasse findet Verwendung als Futtermittel, in der Lebensmittelindustrie, in der pharmazeutischen Industrie und bei der Rumherstellung.
Rohrzucker-Erzeugung
Das geerntete Zuckerrohr wird in der Fabrik oder bereits bei der Ernte geschnitten. In den meisten Fabriken wird das Rohr in Zuckerrohrmühlen verarbeitet. In den Mühlen wird der Saft aus dem Zuckerrohr herausgepreßt "Preßextraktion". In einigen Fabriken sind jedoch schon Diffuseure im Einsatz, die den Zucker mittels des Diffusionsprozesses extrahieren. Der gewonnene Saft wird in Absetzer geleitet. Dort werden durch Schwerkraft Schwebestoffe aus dem Saft entfernt. Diese einfache Art der Saftreinigung ist dafür verantwortlich, dass Rohrzucker oft braun ist.
Die Herstellung aus Zuckerrohr verläuft nach der Saftreinigung im wesentlichen gleich wie in der Rübenzucker-Erzeugung.
Energiewirtschaft in der Zuckerfabrikation
In Dampfkesseln wird Wasser verdampft. Der erzeugte Wasserdampf wird über eine Turbine geleitet, an die ein Generator angeschlossen ist. Der erzeugte Strom wird für die in der fabrik vorhandenen Eelektromotoren verwendet, z.B. an den Pumpen, den Zentrifugen usw. Manche Fabriken sind so effizient in der Nutzung der Elektro-Energie, dass sie sogar Strom nach außen in das öffentliche Netz abgeben können.
Nachdem der Dampf die Turbine passiert hat, wird er in der Verdampfstation genutzt, um den Saft einzudicken. Dabei wird der Dampf mehrfach genutzt: In der ersten Stufe der Verdampfstation entsteht durch die Verdampfung Brüden. Dieser Brüden der ersten Stufe wird als Heizdampf für die zweite Stufe der Verdampfstation genutzt und so weiter. In modernen Rübenzuckerfabriken sind bis zu achtstufige Verdampfstationen im Einsatz. So wird der Dampf sehr effizient genutzt.
Der Heizdampf wird auch für die Kristallisation und zur Anwärmung von Säften benutzt. In modernen Rübenzuckerfabriken ist die Einsparung von thermischer Energie in den vergangenen 20 Jahren stark vorangetrieben worden, denn als Brennstoff sind Kohle, Gas oder Öl im Einsatz. In Rohrzuckerfabriken dagegen wird die Bagasse, d.h. der faserige Anteil des Zuckerrohrs, als Brennstoff genutzt. Da die sonstigen Möglichkeiten des Einsatzes der Bagasse begrenzt sind (z.B. zur Erzeugung von Spanplatten), ist der Zwang zum Energiesparen in den meisten Rohrzuckerländern nur gering ausgeprägt.
Vielfach nutzen die Fabriken aber überschüssige Bagasse, um Strom für das öffentliche Netz zu erzeugen.
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