Bereits in jungen Jahren vor dem Ersten Weltkrieg galt Zsolt als herausragender Vertreter der ungarischen décadence. In den Wirren der Revolutionsjahre 1918 und 1919 setzte er sich vehement für eine bürgerlich-liberale Ordnung ein und trat gegen die Räterepublik und gegen den aufkommenden christlich-nationalen Ständestaat Horthys an.
Zsolt zog 1920 von Nagyvarad (Großwardein) nach Budapest, wo er schnell im literarischen Leben Fuß fasste. Seine Artikel und Romane fanden allgemeine Anerkennung. Im Zweiten Weltkrieg musste Béla Zsolt - wie tausende andere ungarische Juden - als Zwangsarbeiter zur Unterstützung der ungarischen Armee an der ukrainischen Ostfront dienen. Seine Frau konnte seine Rückkehr nach Ungarn erreichen, wo er aber bald nach seiner Ankunft in das berüchtigte Budapester Gefängnis am Margarethenring eingeliefert wurde. Unter falschem Namen tauchte er anschließend im Ghetto von Großwardein unter. Seine Erlebnisse an der Front, im Ghetto sowie die abenteuerliche Rettung vor der Deportation im Sommer 1944 schildert Zsolt in seinem Roman Neun Koffer. Seine Frau wurde mit ihm gerettet, seine Schwiegereltern und die Tochter aus der ersten Ehe seiner Frau wurden nach Auschwitz transportiert und dort umgebracht.
Im Zuge der Kasztner-Aktion wurde Zsolt gemeinsam mit tausend weiteren ungarischen Juden vor den Nazis freigekauft. Er verbrachte die zweite Jahreshälfte 1944 mit seiner Frau in Bergen-Belsen, wo er auf seine Ausreise wartete. Im Dezember erfolgte die Ausreise in die Schweiz. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn 1945 gründete Zsolt die Radikale Bürgerliche Partei, deren Parteizeitung Haladas (deutsch: Fortschritt) er herausgab. Zsolt wurde beim zweiten Antreten ins ungarische Parlament gewählt. Die endgültige Machtergreifung der Kommunisten in Ungarn erlebte er nicht mehr. Béla Zsolt starb 1949 nach einer schweren Krankheit.
Werk
In Deutschland sind von Zsolt zwei Romane erschienen:
Neun Koffer
Eine seltsame Ehe
siehe auch:Geschichte Ungarns, ungarische Literatur, Liste ungarischer Schriftsteller
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