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Zittau

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Zittau (sorb. u. tschech. Žitava) liegt am Fuße des Zittauer Gebirges im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck "Deutschland - Polen - Tschechien". Zittau ist Kreisstadt des Landkreises Löbau-Zittau. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Mandau, der unweit in die Neiße mündet, welche das Zittauer Stadtgebiet im Osten gegen Polen begrenzt.


Inhaltsverzeichnis


1 Ortsteile

2 Sehenswürdigkeiten und Kultur

3 Geschichte

4 Verkehr

5 Wirtschaft

6 Partnerstädte

7 Persönlichkeiten

8 Weblinks


Ortsteile

Eichgraben, Pethau, Hartau


Sehenswürdigkeiten und Kultur

  • Altes Gymnasium, eines der ersten deutschen Gymnasien überhaupt - erbaut nach 1571 auf dem Grundstück des Kreuzhofes der Johanniterkommende, 1586 eingeweiht.
  • Johanniskirche 1291 war zum ersten Mal urkundlich erwähnt, der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1837 und basiert auf Plänen Karl Friedrich Schinkels.
  • Kulturhistorisches Museum im ehemaligen Franziskanerkloster
  • Gerhart-Hauptmann-Theater
  • Von besonderer Bedeutung ist das spätmittelalterliche Fastentuch, das in der Kirche zum Heiligen Kreuz besichtigt werden kann. Es ist das einzige seiner Art in Deutschland und mit 8,20 Meter Höhe und 6,80 Meter Breite das drittgrößte überlieferte Fastentuch überhaupt.
  • Zittauer Missalen


Geschichte

König Ottokar II. von Böhmen umreitet 1255 die Stadt, legt die Grenzen für die Stadtmauer fest und verleiht das Stadtrecht. Bis zum 14. Jahrhundert gehört die Stadt zum Königreich Böhmen. Zittau war Mitglied im Oberlausitzer Sechsstädtebund, wodurch der Übergang der Stadt und ihrer Umgebung von Böhmen an die Oberlausitz eingeleitet wurde. Durch den Handel über die von Kaiser Karl IV privilegierte Straße durch das Neißetal wird Zittau eine reiche Stadt. 1424 erobern die Hussiten die Stadt. 1538 setzt sich die Reformation in Zittau durch.


Nach der Niederlage der böhmischen Stände in der Schlacht am Weißen Berg (1620) emigrierten zahlreiche böhmische Protestanten nach Zittau. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es deshalb eine tschechischsprachige evangelische Gemeinde in der Stadt. 1635 kam Zittau zu Sachsen. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Stadt von österreichische Truppen in Brand geschossen; dabei wurden die Johanniskirche und das Rathaus und ein Großteil der Wohnhäuser völlig zerstört. 1859 wird der Zittauer Bahnhof eröffnet. Die Stadt wird zu einem Zentrum der Maschinen- und Textilindustrie. In der Zeit des Nationalsozialismus werden sämtliche Tschechen aus der Stadt und ihrem Umland vertrieben. Direkt danach die Sudetendeutschen aus dem böhmischen Umland. 1945 verliert die Stadt durch Festlegung der neuen Landesgrenze zwischen Polen und Deutschland seinen östlich der Neiße gelegenen Ortsteil Großporitsch (poln. Porajow). Die Stadt, die zentral in Europa lag, war plötzlich abgeschnitten. Zittau hatte bis 1989 lediglich einen Grenzübergang nach Polen in der Chopinstraße, der aber seit Anfang der 80er von Privatreisenden nur noch per Sondergenehmigung genutzt werden konnte, weil die DDR-Regierung nach den Solidarnosc-Streiks in Polen den Reiseverkehr stark einschränkte. Mit der Gründung der Fachhochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz wird die Stadt 1992 Hochschulstandort.


Anfang Mai 2004 fand die zentrale deutsche, tschechische und polnische Feier zur EU-Osterweiterung in Zittau statt.


Verkehr

In Zittau enden mehrere Eisenbahnlinien: 1. Die Neißetalbahn von Görlitz, welche über polnisches Staatsgebiet fährt, 2. die Strecke Bischofswerda - Zittau (von Dresden-Neustadt kommend) und 3. die Linie Eibau-Seifhennersdorf-Zittau. Es bestehen auch Verbindungen der Tschechischen Bahn nach Liberec und Varnsdorf. Dabei gibt es trotz des erweiterten EU-Gebiets eine Kurioisität: Tschechische Züge, die aus dem böhmischen Varnsdorf (Warnsdorf) nach Liberec (Reichenberg) unterwegs sind, fahren über deutsches und polnisches Staatsgebiet und passieren dabei auch den Grenzbahnhof Zittau. Umgekehrt passieren deutsche Züge, die von Zittau nach Seifhennersdorf unterwegs sind, die tschechische Stadt Varnsdorf. Ein Aus- oder Zusteigen ist dort nicht möglich, abgesehen von Sondergenehmigungen an bestimmten Feiertagen. Erst mit dem Beitritt von Tschechien ins Schengengebiet (circa 2007) sollen diese Einschränkungen ein Ende haben.


Eine dampfbetriebene Schmalspureisenbahn fährt vom Zittauer Bahnhof nach Kurort Oybin und Kurort Jonsdorf. Die Kleinbahn gehört zu den Sehenswürdigkeiten Zittaus. Zwischen 1904 und 1919 fuhren in der Stadt die Bahnen der SSZ.


Für PKW stehen die innerstädtischen Grenzübergänge Chopinstraße nach Polen und Friedensstraße (ebenfalls nach Polen mit Weiterführung in die Tschechische Republik) zur Verfügung. Am 1. Mai 2004, dem Tag der EU-Osterweiterung, wurde durch die Staatsoberhäupter von Deutschland, Polen und Tschechien symbolisch der Baubeginn für einen trinationalen Grenzübergang markiert. Die Stadt soll damit eine leistungsfähige Ortsumgehung und gleichzeitig Anschluss an das tschechische Autobahnnetz bei Liberec (Reichenberg) im Zuge der B 178n erhalten. Ferner verkürzt sich die Reisezeit ins polnische Bogatynia (Reichenau). Die komplette Fertigstellung der B 178n bis zur Autobahn A 4 bei Weißenberg ist bis 2007 vorgesehen.


Radfahrer und Fußgänger können einen direkten Übergang nach Tschechien im südlichen Ortsteil Hartau ins böhmische Hradek (Grottau) nutzen.


Wirtschaft

Die Wende brachte schwere Verwerfungen in der Stadt. In den Robur-Werken beispielsweise wurden 5389 von ehemals 5400 Mitarbeitern entlassen. Die Stadt hat heute eine Arbeitslosenquote von etwa 25%. Seit 1990 verließen 8000 Einwohner die Stadt, ungefähr 4500 Wohnungen stehen leer. Neuansiedlungen entstanden vor allem durch Zulieferer der Automobilindustrie, die auf den Markt in Osteuropa setzen.


Partnerstädte



Persönlichkeiten

  • Christian Weise (Dichter, Schulleiter, Bibliothekar, Frühaufklärer)


Weblinks



...


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