Zirkon kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem (Kristallklasse: 4/m 2/m 2/m) und hat eine vergleichsweise hohe Härte von 6,5 bis 7,5 auf der Mohs-Skala.
Die natürliche Farbe von Zirkon variiert von farblos, goldgelb, rot bis braun, kann aber auch grün, blau oder schwarz sein. Strichfarbe ist weiß. Exemplare, die aufgrund ihrer Größe und Reinheit Edelsteinqualität zeigen, sind ein beliebter Ersatz für Diamanten, mit denen sie zuweilen verwechselt werden. Nicht zu verwechseln mit Zirkon ist Zirkonia (Formel: ZrO2, Zirkoniumdioxid), das ein synthetischer Ersatz für Diamant ist.
Der Name stammt entweder vom arabischenzarqun, Zinnober, oder vom persischenzargun, goldfarben. Verändert finden sich diese Worte in Jargon wieder, damit bezeichnet man helle Zirkone. Gelber Zirkon wird Hyazinth genannt, ein Wort ostindischen Ursprungs.
Zirkon ist ein bemerkenswertes Mineral, vielleicht allein schon wegen seines fast allgegenwärtigen Vorkommens in der Erdkruste. Zirkon entsteht als frühes Kristallisationsprodukt primär in magmatischen Gesteinen wie Granit und alkalireichen Gesteinen wie Pegmatiten oder Syenit.
Die durchschittliche Größe von Zirkonen liegt zwischen 100-300µm, z.B. in granitoiden Gesteinen. Gelegentlich erreichen sie aber auch Größen von mehreren Zentimetern, vor allem in Pegmatiten oder Schwermineralseifen.
Durch Analyse von Form und Kristallflächenausbildung von Zirkonen können Rückschlüsse auf die Bildungsbedingungen und die weitere Entwicklung des Zirkons gezogen werden.
Zirkon enthält häufig Verunreinigungen und Einschlüsse verschiedener Elemente und Minerale. Die theoretische Oxidzusammensetzung von Zirkon ist 67,1% ZrO2 und 32,9% SiO2. Nach Rösler (1991) kann er in Extremfällen bis zu 30% Hafniumoxid (HfO2), 12% Thoriumoxid (ThO2) oder 1,5% Uranoxid (U3O8) enthalten. Dementsprechend schwankt die Dichte zwischen 4,3-4,8 g/cm3.
Struktur
In manchen Zirkonen ist der Gitterbau durch die Wirkung hochenergetischer radiogener Teilchen teilweise zerstört - metamiktisiert - solche Kristalle zeigen meist dunklere, braune Farben. Durch die Metamiktisierung kann Wasser ins Kristallgitter eingelagert werden. Die Folge ist eine merkliche Erniedrigung von Dichte Härte (siehe Tabelle).
Altersbestimmung
Seit der Entwicklung der radiometrischen Altersbestimmung kommt Zirkonen besonders in der Geochronologie Bedeutung zu: sie enthalten Spuren der radioaktivenIsotope235U, 238U und 232Th (von 10 ppm bis zu 5 Gewichtsprozent). Alle diese Isotope zerfallen über Zerfallsreihen zu verschiedenen Bleiisotopen. Durch Messen der entsprechenden Uran-Blei- bzw. Thorium-Blei-Verhältnisse kann das Kristallisationsalter eines Zirkons und damit oft dasjenige des ihn enthaltenen Gesteins bestimmt werden.
Zirkone sind gegenüber geologischen Einflüssen wie Verwitterung und selbst hochgradiger Gesteinsmetamorphose äußerst resistent und können solche Ereignisse in ihrer Isotopenzusammensetzung "speichern".
Die bisher ältesten Minerale, die auf der Erde gefunden wurden, sind Zirkone aus dem Narryer Gneiss Terrane, Yilgarn Craton, Westaustralien, mit einem Alter von 4,404 Milliarden Jahren. Dieses Alter wird als das Kristallisationsalter dieser Zirkone interpretiert.
Verwendung
Zirkon ist das wichtigste Zirkonium- und Hafniumerz. Zirkoniumoxid (ZrO2) hat einen Schmelzpunkt von etwa 3000° und wird zur Herstellung von Schmelztiegeln und abrasionsfesten Werkstoffen verwendet. Zirkonium selbst findet u.a. in Kernreaktoren Verwendung.
Wichtigste Lagerstätten sind Schwermineralseifen, in denen Zirkon gelegentlich in einzelnen Lagen gesteinsbildend auftritt. Zirkonreiche Seifenlagerstätten werden in Indien, den USA, Australien, Sri Lanka oder Südafrika abgebaut.
Wegen ihrer hohen Lichtbrechung (Brechungsindex von 1.95, im Vergleich dazu Diamant: 2.4, Zirkonia: 2.2 und Quarz: 1.5) sind größere Exemplare geschätzte Schmucksteine. Durch Hitzebehandlung kann die Farbe von braunen oder trüben Zirkonen verändert werden, je nach Hitzezufuhr entstehen so farblose, blaue oder goldgelbe Steine.
Siehe auch: Liste von Mineralen
Literatur
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