Die Ziriden kamen aus dem zentralen Algerien und waren treue Verbündete der Fatimiden. So rettet sie die Fatimiden945 durch das Eingreifen beim Aufstand der Berber unter Abu Yazid. Seitdem wurden die Ziriden als Statthalter in Algerien eingesetzt.
Nach dem Abzug der Fatimiden nach Ägypten (972) wurde der Ziride Buluggin als Vizekönig in Nordafrika eingesetzt. Allerdings nahmen die Fatimiden den Staatsschatz und die Flotte mit nach Ägypten, so dass die Ziriden zunächst versuchten durch die Eroberung Marokkos (Vorstoß bis nach Tanger) ihr Reich zu konsolidieren. Außerdem ging wegen der fehlenden Flotte die Kontrolle über die Kalbiten in Sizilien verloren.
1015 machten sich in Algerien die Hammadiden von den Ziriden selbständig, so dass ihr Reich nun auf Tunesien und Tripolitanien begrenzt war.
Hauptstadt des Ziridenreichs war Kairuan, wobei auch al-Raqqada und al-Mansurija bei Kairuan genutzt wurden. Nachdem schon bei Aufständen 1016 tausende Schiiten ums Leben gekommen waren, kam es 1045 endgültig zum Bruch mit den Fatimiden, als die Ziriden die Abbasiden als rechtmäßige Kalifen anerkannten.
Die Fatimiden lenkten nun die Beduinenstämme der Banu Hilal und der Banu Sulaym nach Tunesien ab. Die Ziriden wurden nach dem Abfall der Berbertruppen geschlagen und das Land von den Beduinen verwüstet. Die nun ausbrechende Anarchie beeinträchtigte vor allem die Landwirtschaft ganz erheblich. Da auch die Landhandelswege unsicherer wurden, gewannen die Küstenstädte und der Seehandel an Bedeutung.
Nach dem Verlust von Kairuan (1057) beschränkte sich das Herrschaftsgebiet der Ziriden nur noch auf die Küstenstädte während sich im Landesinneren mehrere Emirate der Beduinen bildeten. Da die Ziriden vom Hinterland weitgehend abgeschnitten wurden, errang die Piraterie im Mittelmeer zunehmende Bedeutung. Allerdings erobert die Normannen von Sizilien1146-1148 alle Küstenstädte bis auf Tunis wo eine eigene Berberherrschaft unter den Banu Hurasan entstand (1063 - 1128). Bis 1152 konnten sich die letzten Ziriden noch in Algier halten, bevor die Almohaden ihr Reich nach Tunesien und Tripolitanien ausdehnten und die Normannen aus den Küstenstädten vertrieben.
Literatur: Ulrich Haarmann, Geschichte der Arabischen Welt, C.H. Beck München, 2001
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