Die Zikaden oder Auchenorrhyncha sind eine Gruppe der Insekten und gehören zu den Schnabelkerfen (Hemiptera). Von den bekannten ~50.000 Arten leben in Mitteleuropa etwa 900. Die Körperlänge der Tiere beträgt i.d.R. zwischen 1,8 und 38 mm, die Kaiserzikade (Pomponias imperatoria) kann bis zu 70 mm lang werden und eine Flügelspannweite von maximal 180 mm erreichen. Alle Zikaden ernähren sich von Pflanzensaft (Xylem oder Phloemsauger), nur die Vertreter der Unterfamilie Typhlocybinae saugen Pflanzenzellen. Bei vielen Arten der Zikaden liegt eine enge Wirtsbindung vor.
Alle zu den Zikaden gehörenden Gruppen sind durch einen Saugrüssel gekennzeichnet, dessen Grundaufbau bei den Schnabelkerfen beschrieben wird. Dieser liegt bei den Zikaden im Kehlbereich, was ihnen ihren wissenschaftlichen Namen "Kehlrüßler" einbrachte.
Die Vorderflügel der Zikaden sind nicht verhärtet wie bei den Wanzen, obwohl sie deutlich derber als die Hinterflügel sind. In Ruhestellung werden die Flügel dachartig auf den Hinterleib gelegt, im Flug werden beide Flügelpaare häufig durch Häkchen miteinander verbunden. Die Hinterbeine sind zu Sprungbeinen umgestaltet, was den meisten Zikaden sehr gute Sprungeigenschaften verleiht.
Eine Reihe von Arten der Zikaden sind in der Lage, Geräusche zu produzieren. Hierzu besitzen sie ein eigenes Organ, das "Trommelorgan" (Tymbal) am Beginn des Hinterleibs. Durch ansetzende Muskeln (Singmuskel) werden Schallplatten in diesem Organ in Schwingung versetzt. Verdeckt wird das Organ durch einen Deckel, der vom letzten Brustsegment ausgeht, häufig noch zusätzlich durch eine Platte am Organ selbst. Direkt unter dem Singmuskel sorgt ein großer Luftsack für die notwendige Resonanz. Mit Hilfe dieser Organe können Laute im Bereich von 0,5 bis 25 Kilohertz erzeugt werden, allerdings sind nur die Laute der Singzikaden (Cicadidae) vom Menschen wahrnehmbar.
Der Gesang der Männchen dient vor allem der Anlockung der Weibchen, er kann jedoch auch zur Festsetzung von Reviergrenzen eingesetzt werden. Auch Weibchen können singen (ausgenommen manche Weibchen der Singzikaden), ihre Gesänge sind allerdings weniger vielfältig.
Fortpflanzung der Zikaden
Zikaden schlüpen nur alle 17 Jahre um ihren Feinde mit anderen Fortpflanzungszyklen zu entgehen. Dann treten sie in Mengen auf, gegen die Vögel, Menschen und andere Gegner einfach machtlos sind.
Systematik der Zikaden
Zu den Zikade werden 2 Gruppen zusammengefasst, die Laternenträgerartigen und die Rundkopfzikadenartigen.
Die Laternenträgerartigen unterscheiden sich von den Rundkopfzikadenartigen durch die Form der Antennen und den mit den Brustsegmenten verschmolzenen Hinterhüften. Die prominentesten Vertreter dieser Gruppe sind die in Südamerika beheimateten Laternenträger (Fulgoridae) der Gattung Laternaria mit einer auffälligen Verlängerung der Stirnpartie. Sie sind in Europa besonders durch die Zeichnungen der Anna Maria Sibylla Merian bekannt geworden. Doch auch in Mitteleuropa kommen Arten aus dieser Gruppe vor.
Die Rundkopfzikadenartigen stellen die größte Gruppe der Zikaden dar. Hierher gehören auch die überwiegende Anzahl der in Mitteleuropa zu findenden Arten. Sie gehören folgenden Familien an:
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