Für jede Zenitdistanz gilt z = 90° - h, wenn h der scheinbare Höhenwinkel des angezielten Punktes über dem Horizont ist. Dass viele Fachgebiete lieber mit Zenitdistanzen als mit Höhenwinkeln arbeiten, hat mehrere Gründe:
1. benötigt sie kein Vorzeichen, weil bei Tiefenwinkeln (negative Höhendifferenz des Zielpunkts) sein z einfach zwischen 90° und 180° liegt
In der Astronomie werden Zenitdistanzen meist in Grad angegeben - entweder dezimal oder sexagesimal (in° ' ").
Das praktischeste Dezimalmaß ist das Gon (auch gon; 100 gon = 90°). Es wird in der Geodäsie und Technik verwendet; früher nannte man es auch "Neugrad" oder engl. "grade".
Beim Militär werden als Winkeleinheit auch die "Strich" verwendet (6400¯ = 360°), weil sie die Messung von Entfernungen erleichtert (der Sinus von 1¯ ist fast genau 0.001).
Eine gemessene Zenitdistanz bezieht sich auf die wahre Lotrichtung - auch "astronomische Lotrichtung" genannt - und damit auf das sog. "natürliche Koordinatensystem" [1].
Jedoch kann sich eine geodätisch berechnete Zenitdistanz auch auf den ellipsoidischen Zenit beziehen. Letzterer entspricht der Normalen auf das Erdellipsoid im Messpunkt und schließt mit dem wahren Lot die sog. "Lotabweichung" ein. Sie kann im Hügelland etwa 10" betragen, im Hochgebirge aber 30-60" erreichen.
Während Zenitdistanzen zum Höhenwinkel die Ergänzung auf 90° bilden, gilt für sog. Nadirdistanzen
ν = 180° - z = 90° + h. Nadirdistanzen werden vor allem in der Fernerkundung und Fotogrammetrie verwendet. Der Winkelabstand zum Nadir liegt bei Luftbild-Aufnahmen zwischen 0° und etwa 45° (Höhenwinkel h = -45°), bei horizontnahen Punkten bei 90° (bzw. 100 gon).
Einfluss der Refraktion
Jeder Zenit- bzw. Höhenwinkel wird von der Refraktion innerhalb der Erdatmosphäre beeinflusst. Verläuft der Lichtstrahl zur Gänze innert der Atmosphäre, spricht man von terrestrischer Refraktion. Wird hingegen ein Satellit oder ein Gestirn eingemessen, nennt man die Lichtkrümmung "Satelliten- bzw. astronomische Refraktion. Sie beträgt unter z = 45° etwa 1' (55-65") und bei horizontnahen Gestirnen bis zu 0,6° (33-40'). Die terrestrische Refraktion wird hingegen in Bruchteilen der Erdkrümmung angegeben und beläuft sich auf 0,10 bis 0,15 (mittlerer Refraktionskoeffizient 0,13).
Wichtige Typen von Messgeräten
Die wichtigsten Instrumente für Zenit- und andere Winkelmessungen sind, nach ihrer Messgenauigkeit geordnet:
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