Zwischen Stuttgart und Ulm, am westlichen Rand des Landkreises Göppingen, liegt die Gemeinde Zell unter Aichelberg 384m ü. NN in unmittelbarer Nähe zur Schwäbischen Alb umgeben von den noch zahlreich vorhandenen Streuobstwiesen.
Nördlich des Teilorts Pliensbach fließt der namensgebende Bach Pliensbach, welcher sich mit dem Butzbach vereint. Obwohl der Pliensbach der größere der beiden Bäche ist, wird entgegen der normalen Konvention, der weitere Bach Butzbach genannt. Dieser fließt bei Uhingen in die Fils.
Weitere, kleinere Fliessgewässer, sind der Giesbach und der Zeller Bach
Geschichte
1108 Erste urkundliche Erwähnung als "Castellum Cella" (umstritten)
1334 Durch den Verkauf des Besitzes der Grafen von Aichelberg gelangt Zell zu dem Hause Württemberg unter Graf Ulrich III.
15. Jahrhundert Entstehung des "Zeller Stabs", einer Verwaltungsgemeinschaft mit niederer Gerichtsbarkeit der Orte Zell, Pliensbach, Aichelberg, Eckwälden
September 1519. In den Auseinandersetzungen zwischen Herzog Ulrich und dem Schwäbischen Bund wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen. Truppen des Schwäbischen Bundes verwüsteten in Zell 57, und in Pliensbach 14 Gebäude. 3 Bürger in Zell wurden erstochen.
1628 Die Pest erreicht den Zeller Stab: 200 Tote in Zell, Pliensbach, Aichelberg, und Eckwälden
Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt ein Schultheißenamtssiegel, das ohne Schild den Buchstaben Z über zwei schräggekreuzten Laubzweigen enthält. Das Z ist noch im Jahre 1930 in einem Dienstsiegel verwendet worden. Im Jahre 1931 wurde das heutige Wappen in den Dienstsigel aufgenommen. Der Linksarm, bei dem das Schwert zur Vereinfachung weggelassen wurde, steht für den Ortsadel, den Herren von Zell. Die Hirschstange steht für die württembergische Zugehörigkeit des Ortes seit dem 14. Jahrhundert. Da von dem Ortsadelswappen keine Farben überliefert sind, wurden sie im Jahre 1949 frei gewählt.
Wappen und Flagge wurden am 19. Februar1959 durch das Innenministerium verliehen.
Die Flaggenfarben des Ortes sind Gelb-Rot.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Ortsmitte befindet sich die Kirche St. Martin, mit Fresken aus dem Jahre 1400. Namensgeber der Kirche ist Martin von Tours. Die heutige Kirche stammt in ihren wesentlichen Teilen aus dem Jahre 1386. Durch einen Blitzeinschlag im Jahre 1667 erhielt die Martinskirche ihr charakteristisches Dach.
Durch zahlreiche Anstrengungen der Kommune und der Bevölkerung konnte die Gemeinde beim Landeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden im Jahr 1994 den 1. Platz auf Bezirksebene erzielen. Ein Jahr später erhielt die Gemeinde die Goldmedaille auf Landesebene. Mit ausschlaggebend für diese Erfolge war sicherlich die Ortskernsanierung, bei der das Erscheinungsbild der Kommune liebevoll gestaltet wurde.
Vereine
Die Gemeinde Zell verfügt über zahlreiche Organisationen und Vereine:
Die bedeutendsten jährliche Feste sind das im Ortsteil Pliensbach stattfinde Fischerfest am Vatertag und das im Juli stattfindende Brunnenfest.
Infrastruktur und Einrichtungen
Alle öffentlichen Einrichtungen wie Kindergarten, Gemeindehalle, das Feuerwehrhaus, die Grund- und Hauptschule und der Friedhof liegen zentral in der Ortsmitte
Verkehr
An das überörtliche Straßennetz ist die Gemeinde durch die Landesstraße1214/1215 und die Kreisstraße1421 angeschlossen. Der Autobahnanschluss Aichelberg an der Bundesautobahn 8 liegt nur 3 km von dem Ortszentrum entfernt.
Bildung
Grund- und Hauptschule Zell u.A. mit ca. 300 Schüler und ca. 20 Lehrkräften
Persönlichkeiten
Friedrich Benjamin Osiander, (* 9. Februar1759 in Zell; † 25. März1822 in Göttingen); Arzt, Pionier auf dem Gebiet der operativen Geburtshilfe.
Leonhard Dürr (* ? in Zell; † 1538 in Roggenburg); Abt im Kloster Adelberg.
Literatur
Theiss, Konrad: Der Kreis Göppingen. Konrad Theiss Verlag. Stuttgart 1978. ISBN_3-8062-0374-1
Binder, Adolf: Geschichte und Geschichten aus Zell am Aichelberg. 1985
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