Eine Zeitzone ist ein Abschnitt der Erdoberfläche, auf dem eine gemeinsame Uhrzeit gilt. Er verläuft idealerweise entlang der Längengrade von den Polen aus.
Den Polen kann man der Logik nach keine unterschiedlichen Zeitzonen zuordnen. Für sie gilt per Definitionem die Mittlere Greenwich-Zeit (GMT)
Ursprünglich verfügte jeder größere Ort über seine eigene Uhrzeit, die gewissermaßen nach der Sonne synchronisiert wurde. Wenn die Sonne im Zenit stand, war das 12 Uhr mittags.
Reist man mit dem Finger auf der Landkarte Richtung Osten, dann schreitet man in der Zeit voran, in Richtung Westen dagegen dreht man die Zeit zurück.
Dieser Zeitreise ist jedoch eine Grenze gesetzt, die so genannte Datumsgrenze. Überschreitet man sie Richtung Osten, gewinnt man einen Tag hinzu, in Richtung Westen verliert man einen Tag.
Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen und der Einführung von Fahrplänen erwies sich das alte Zeitsystem als zu kompliziert, da ständige Zeitumstellungen in den Fahrplänen berücksichtigt werden mussten.
Zeitzonen wurden zuerst von Sir Sandford Fleming (1827-1915) vorgeschlagen.
Also einigte man sich darauf, eine einheitliche Zeit für ein ganzes Land festzulegen. Dies führte nach einigen vorbereitenden internationalen Konferenzen auf der Internationalen Meridian Konferenz im Oktober 1884 in Washington, D.C. dazu, dass die Erde zunächst in 24 Zeitzonen aufgeteilt wurde, die Differenz zwischen jeder Zone also 60 Minuten oder eine Stunde betrug. Auf dieser Konferenz einigte man sich auf den Greenwich-Meridian als Nullmeridian.
Rein mathematisch betrachtet überstreicht jede Zeitzone also einen Streifen von 15 Längengraden auf der Erdoberfläche.
Die heutige Situation
Heute sind die Zeiten in den verschiedenen Zeitzonen angekoppelt an die Koordinierte Weltzeit (UTC), die damit die Funktion der GMT übernommen hat. Genau wie Letztere ist auch die UTC nach dem nullten Längengrad ausgerichtet, dieser verläuft durch Greenwich/London. Die Zeiten in den anderen Zeitzonen ergibt sich durch hinzufügen oder abziehen einer ganzzahligen Anzahl von Stunden, je nach ihrem (mittleren) Abstand vom nullten Längengrad.
Jedes Land wurde einer Zeitzone zugeordnet. Länder mit sehr großer Ost-West-Ausdehnung haben mehrere Zeitzonen. So ist zum Beispiel Russland über neun Zeitzonen verteilt, Kanada und die USA über fünf, Australien über drei, Mexiko und Brasilien über zwei Zeitzonen.
Allerdings gibt es auch Länder oder Regionen, die weiterhin ihre spezifischen Zeiten haben, deren Differenz zu anderen Zeitzonen keine vollen Stunden betragen. So liegen zum Beispiel der Iran dreieinhalb Stunden, Afghanistan viereinhalb Stunden, Indien fünfeinhalb Stunden, und die australischen Bundesstaaten »Northern Territory« und »South Australia« neuneinhalb Stunden vor der Greenwich Mean Time.
Die Gründe für diese Sonderfälle sind wohl vor allem politisch-historischer Natur.
Politik versus Zeit
Aber auch heutzutage haben die Zeitzonen mehr politische Bedeutung als den Sinn der Angabe der genauen Tageszeit.
Innerhalb der Europäischen Union gehören die meisten Länder der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) an, die eine Stunde vor der Greenwich Mean Time liegt. Portugal, das Vereinigte Königreich und die Republik Irland benutzen GMT, Finnland und Griechenland benutzen die osteuropäische Zeit (+2h gegenüber UTC), wobei es immer wieder Versuche gab, diese Länder der Mitteleuropäischen Zeitzone anzuschließen.
Diese Vorliebe für die Mitteleuropäische Zeit führt dazu, dass an der nordwestspanischen Küste die Sonne erst nach 13 Uhr den Zenit erreicht, im östlichen Polen dagegen bereits gegen 11 Uhr. Dadurch erklärt sich auch der (angebliche) spanische Brauch, sehr spät zu Abend zu essen - nach reiner Sonnenzeit ist es nämlich dann noch gar nicht so spät. Portugal hat die MEZ wieder aufgegeben, da die Kinder selbst im Sommer zur Schule gehen mussten, während es noch dunkel war.
In China - dessen Territorium etwa vier Zeitzonen überschneiden würde - wird nur eine einzige Zeit benutzt, die der Greenwich Mean Time acht Stunden voraus ist. Ausschlaggebend für diese Festlegung war seinerzeit die Zeit in Peking.
Und in der russischen Enklave Kaliningrad ist es eine Stunde später als im östlich(!) angrenzenden Litauen und zwei Stunden später als im südlich angrenzenden Polen - denn maßgeblich ist für Kaliningrad die westlichste Zeitzone im russischen Mutterland, also +3h gegenüber UTC.
Sommerzeit
Viele Länder wechseln in den Sommermonaten in eine andere Zeitzone. So gilt etwa in den mitteleuropäischen EU-Staaten im Winter die MEZ (UTC+1), in den Sommermonaten aber die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ, UTC+2).
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