Das Zeitalter der Glaubensspaltung im 16. Jahrhundert hat im Zuge der über hundertjährigen Auseinandersetzungen um den Glauben das Mächtegleichgewicht und die politische Landschaft in Europa neu geordnet. Die damit verbundenen kriegerischen Auseinandersetzungen führten zu hunderttausenden Toten und weitreichenden Verheerungen, insbesondere im Heiligen römischen Reich Deutscher Nation.
Die Bewertung des Ereignisses der Reformation hingegen fiel zwiespältig aus. Die Reformatoren sahen ihr Ziel zunächst in einer Reform, also einer Erneuerung der Kirchenverfassung . Eine Spaltung lag ihnen grundsätzlich fern. Eine Abspaltung per Bann durch die römische Kirche in Gestalt der Bannandrohungsbulle, sowie der Bannbulle waren sie keineswegs bereit zu akzeptieren. Das Wormser Edikt des Kaisers Karl V.1521 bereitete der Reformation ein scheinbares Ende. Mit der Protestation zu Speyer am 19. April1529 verhalfen die evangelischen Stände dem Glauben aus eigenem Gewissen zu jeweils regionaler Geltung.
Die Katholische Kirche akzeptierte die Absichten der Reformation nicht. Anfangs weigerte sie sich, den positiv geladenen Ausdruck "Reformation" überhaupt anzuerkennen und zu benutzen. Sie bekämpfte hingegen sowohl das Ereignis der Reformation als eine schwerwiegende Abspaltung, als auch die Epoche danach: Die "Zeit der Glaubensspaltung" galt ihr als vorübergehende, zu überwindende. In der Zeit der Gegenreformation und dem Dreißigjährigen Krieg sah sie auch die protestantischen Kirchen als abgespaltene Kirchen an, die es auch mit Mitteln der Gewalt- wieder heimzuholen galt. Diesen Prozeß nennt man auch Rekatholisierung, der eine wesentliche Bewegung in diesem mit Konfessionalisierung bezeichneten Zeitalter.
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