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Zeigerwerte nach Ellenberg

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Die Kurzbezeichnung Zeigerwerte nach Ellenberg für die "Ökologischen Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa" meint ein von Heinz Ellenberg Ende der 1970er Jahre erstmals ausführlich beschriebenes Klassifikationsverfahren für mitteleuropäische Pflanzen nach ihrem ökologischen "Verhalten" und botanischen Eigenschaften.


Die Zeigerwerte nach Ellenberg sind von ökologischen und botanischen Beobachtungen und Erfahrungen abgeleitete und inzwischen größtenteils durch Standortanalysen und ökophysiologische Untersuchungen bestätigte bzw. abgesicherte Kenngrößen für einzelne Pflanzenarten.


Inhaltsverzeichnis


1 Zeigerwerte zur Artcharakterisierung

2 Zeigerwerte zur Standortanalyse

3 Statistische Hinweise

4 Die Zeigerwert-Faktoren im Einzelnen

  4.1 Die Lichtzahl

  4.2 Die Temperaturzahl

  4.3 Die Kontinentalitätszahl

  4.4 Die Feuchtezahl

  4.5 Die Reaktionszahl

  4.6 Die Stickstoffzahl

  4.7 Die Salzzahl

  4.8 Die Schwermetallresistenz

  4.9 Die Lebensform

  4.10 Die Blattausdauer

5 Literatur

6 Weblinks


Zeigerwerte zur Artcharakterisierung

In der Botanik, insbesondere im anwendungsbezogenen Bereich der Land- und Forstwirtschaft werden die Zeigerwerte nach Ellenberg benutzt, um Auskünfte über die Standortansprüche einer Pflanzenart zu erhalten.


... weiteres folgt noch

Zeigerwerte zur Standortanalyse

Besondere Relevanz entfalten die Ellenberg'schen Zeigerwerte in den nah miteinander verwandten Disziplinen Geobotanik, Vegetationskunde und Pflanzensoziologie. Denn nicht nur einzelne Pflanzenarten, auch Pflanzengesellschaften geben auf Grund ihres ökologischen Verhaltens Hinweise auf die standörtlichen Bedingungen. Insbesondere gilt dies für natürliche und naturnahe Pflanzengesellschaften, eingeschränkt für alle sich spontan entwickelnden Pflanzengemeinschaften, bei denen die beteiligten Pflanzensippen miteinander im Wettbewerb um Raum, Licht, Wasser, Nährstoffe und andere Ökofaktoren stehen. Um eine Pflanzengesellschaft zu bewerten, werden für die einzelnen Standortfaktoren die Durchschnittszahlen der beteiligten Arten berechnet. Auf diese Weise ergibt sich eine ökologische Kurzcharakteristik der Ökotope. In entsprechenden Zeigerwerttabellen lassen sich auch relativ einfach Arten mit ähnlichem ökologischen Verhalten entdecken, die zu "ökologischen Gruppen", also synökologischen Artengruppen ohne systematischen Verwandschaft, zusammengefasst werden können.


Statistische Hinweise

Die Zeigerwerte sind nicht an einer linearen Skala orientiert und insofern nicht als normierte Messwerte zu betrachten. Nach statistischen Maßstäben können deshalb nur ordinale Häufigkeitsverteilungen aus den Artenlisten einzelner Standorte ermittelt werden. Praktisch wird allerdings in der Regel der simple Durchschnitt der Zahlenwerte benutzt. Dieser erlaubt somit keine quantitative aber eine qualitativ annähernde Standort- und Artbeurteilung.


Die Zeigerwert-Faktoren im Einzelnen

Folgende Standortfaktoren werden im System der Zeigerwerte erfasst:




Desweiteren finden sich auch Angaben zu Lebensform und Blattausdauer im System wieder.


Im Folgenden sind für die einzelnen Faktoren die Kürzel für alle jeweils möglichen Zeigerwerte, teilweise mit kurzen Erklärungen, angegeben.


Grundsätzlicher Hinweis:


Wenn eine Pflanzenart bei einem der Faktoren mit einem X gekennzeichnet ist, dann bedeutet dies, dass sie sich diesbezüglich indifferent verhält.


Die Lichtzahl

Die Lichtzahl L bewertet das Vorkommen in Beziehung zur relativen Beleuchtungsstärke (= r.B.) an. Für die Pflanzen maßgebend ist dabei die relative Beleuchtung, die am Wuchsort der jeweiligen Art zur Zeit der vollen Belaubung der sommergrünen Pflanzen (also etwa von Juli bis September) bei diffuser Beleuchtung (z.B. bei Nebel oder gleichmäßig bedecktem Himmel) herrscht.


Tabelle


Die Temperaturzahl

Die Temperaturzahl T bewertet des Vorkommens im Wärmebereich der polaren Zone bzw. der alpinen Höhenstufe bis ins mediterran geprägte Tiefland.


Tabelle


Die Kontinentalitätszahl

Die Kontinentalitätszahl K bewertet das Verbreitungsschwergewicht von der europäischen Atlantikküste (1) bis ins innere Asien (9).


Tabelle


Die Feuchtezahl

Die Feuchtezahl F bewertet Vorkommen von flachgründigen, trockenen Felshängen bis zu Sumpfböden und zu submersen Standorten.


Tabelle


Die Reaktionszahl

Die Reaktionszahl R bewertet das Vorkommen in Abhängigkeit von extrem sauren bis zu alkalischen (kalkreichen) Böden, dabei entspricht R jedoch nicht dem pH-Wert, siehe auch: Boden-pH.


Tabelle


Die Stickstoffzahl

Die Stickstoffzahl N bezeichnet das Vorkommen auf Böden mit sehr geringer bis übermäßiger Mineralstickstoffversorgung (NH4+ und NO3-), siehe auch: Stickstoff.


Tabelle


Die Salzzahl

Die Salzzahl S bezeichnet das Vorkommen im Gefälle der Salzkonzentration (insbesondere Cl--Konzentration) im Wurzelbereich des Bodens von 0 (nicht salzertragend) bis 9 (extrem salzertragend).


Tabelle


Die Schwermetallresistenz

Die Schwermetallresistenz bewertet..._


Tabelle


Die Lebensform

Die Angabe zur Lebensform ermöglicht..._ zur Erklärung der Begriffe siehe:..._


Unterschieden wir bei diesen Angaben nach Blütenpflanzen, Moosen und Flechten, für die jeweils ein unterschiedliches Werte-Spektrum zur Verfügung steht.


Tabelle


Tabelle


Bei Flechten erfolgt die Lebensform-Angabe in zwei Teilen. Die beiden Kürzel zu Substrat und Wuchsform werden dabei durch einen Bindestrich (-) getrennt.


Tabelle


Die Blattausdauer

Die Blattdauer ist ein Merkmal, das im Rahmen der Zeigerwerte nur selten angegeben wird..._ es dient lediglich als Zusatzinformation.


Tabelle


Literatur

  • Heinz Ellenberg et. al: Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. Scripta Geobotanica 18. (2. Aufl.) Verlag Erich Goltze, 1992. ISBN_3884525182
  • Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 5. Aufl. Stuttgart, Ulmer, 1996. ISBN_3825281043 (Zeigerwertliste mit Erläuterungen auf den Seiten 1020-1065)


Weblinks




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