Der Zapfenstreich ist ein Signal, das mit der Trommel, dem Horn oder der Trompete gegeben wird. Nach dem Zapfenstreich dürfen sich Soldaten abends ohne besondere Erlaubnis nicht mehr außerhalb ihrer Quartiere, in Biwaks außerhalb ihrer Kompanie-Reviere aufhalten. In ausgedehnten Lagern wird das Zeichen dazu durch einen Kanonenschuss gegeben.
Großer Zapfenstreich bei besonderen Anlässen
Der Zapfenstreich wird gewöhnlich nur von den Spielleuten der Wachen, bei besondern Anlässen jedoch als so genannter großer Zapfenstreich von den Spielleuten der ganzen Garnison geschlagen und gespielt, wobei die Musikkorps meist durch verschiedene Straßen des Ortes geführt werden. Der Name soll daher stammen, dass früher zu bestimmter Stunde ein Kreidestrich über den Zapfen der Fässer gemacht wurde, um das Verbot, noch weitere Getränke zu verkaufen, kontrollieren zu können. Bei der Reiterei heißt der Zapfenstreich Retraite.
Eine andere Erklärung ist, dass zum Zeichen des Feierabends mit dem Säbel der Wache auf den Zapfen der Bierfässer geschlagen (gestrichen) wurde.
Der erste große Zapfenstreich wurde 1838 unter Leitung von Wilhelm Wieprecht, Direktor der Musikkorps des Preußischen Gardekorps, gespielt. Das erste Mal fand er in Berlin statt.
Der letzte große Zapfenstreich fand am 29. Juni2004 anlässlich der Verabschiedung von BundespräsidentJohannes Rau statt. Es ist Tradition, dass jeder Bundespräsident damit verabschiedet wird. Nur Gustav Heinemann lehnte dies ab.
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